Schultests: Boom vor den Ferien

Heute beginnen in Wien, NÖ und dem Burgenland die Sommerferien, die hoffentlich alle Beteiligten genießen können im Jahr 2022. Ein vorletzter Blic vor dem Ferienstart der anderen Bundesländer seit daher noch erlaubt. Er fällt auch kurz aus.

EIGENTLICH gibt es ja seit fast einem Monat keine verpflichtenden Tests mehr an den Schulen. Wien macht da eine Ausnahme und testet weiterhin auch mit PCR-Tests. Diese Woche waren es immerhin 62.403 davon – das bedeutet, dass fast jeder dritte Schüler/jede dritte Schülerin in Wien diese Woche noch mittels PR getestet worden ist!

Aber was sind dann diese anderen Schultestungen, die in den Zahlen auftauchen? Fast 160.000 Tests wurden diese Woche in Österreich an den Schulen gemacht, da bleiben nach Abzug der gut 60.000 PCR-Testungen aus Wien immer noch gut 100.000 Tests übrig.
Es sind Antigentestungen, die von Schulleitungen „verordnet“ wurden. Sei es, weil es Veranstaltungen gab, bei denen jemand auf „Nummer sicher“ gehen wollte, sie es, dass es positiv getestete SchülerInnen gab, wo dann die die gesamte Klasse oder mehr getestet wurde – oder vielleicht wurden einfach die an der Schule lagernden Tests aufgebraucht?

Fakt ist, dass die Zahl der Testungen zugenommen hat, wie wir sehen können:

Wie sieht das für die einzelnen Bundesländer aus (jeweils pro 100.000 gerechnet)?

Es wird weniger getestet? FALSCH!

Schon ein Blick auf die Grafik oben zeigt uns, dass die Testungen an den Schulen zugenommen haben. Österreichweit sind es etwa 52% mehr als ind er Woche nach Pfingsten.

Wenn wir uns die einzelnen Bundesländer anschauen, dann gibt es doch Erstaunliches zu berichten: Im Burgenland wurde die Zahl in der letzten Woche vor den Ferien auf das SECHSFACHE der Testungen nach Pfingsten erhöht – und auch in Vorarlberg, wo es noch eine Woche Unterricht gibt, gab es 3,5 Mal mehr Tests als damals!

FAZIT

Wenn der BM wie angekündigt am 29. August „seinen“ DirektorInnen einen Brief schreiben wird (oder ein Email), in dem er ausführt, wie es mit der Maskenpflicht und den Testungen im kommenden Schuljahr aussieht, dann kann davon ausgegangen werden, dass – natürlich nur der Sicherheit wegen und wegen der vielen bösen UrlaubsrückkehrerInnen – wieder getestet werden wird – vielleicht gibt es auch gleich eine „Sicherheitsphase“ mit Maskenpflicht für alle?

Für alle Eltern in Wien, NÖ und dem Burgenland ist übrigens mit heutigem Tag eine wichtige Frist abgelaufen: Die Abmeldung von Schulunterricht, die letztes Jahr noch während der Sommerferien möglich war, muss für kommendes Schuljahr bereits VOR den Sommerferien erledigt werden! Groß publik gemacht wurde das allerdings nicht – genausowenig habe ich bisher reißerische Artikel darüber gelesen, wie viele von den aus der Schule genommenen Kindern denn die Leistungsüberprüfungen NICHT geschafft haben nach einem Schuljahr ohne Unterricht in der öffentlichen Schule.

Was derzeit wohl rechtlich noch möglich ist als prophylaktischen Protest gegen „Sicherheitsphasen“ (die dann zu Ostern 2023 beendet werden?) sind wohl die kursierenden Schreiben, in denen Eltern die Einwilligung zum Testen widerrufen für das kommende Schuljahr.
Denn wer immer noch glaubt, dass die mindestens 365 Millionen, die die 115 Millionen Schultests bisher gekostet haben, „Leben gerettet“ haben oder die Lage in den Spitälern so drastisch verbessert, der soll einmal einen Blick über die Grenzen werfen, zum Beispiel in die Schweiz, wo es so gut wie KEINE Testungen gab und trotzdem die Zahl der Todesfälle bedeutend niedriger liegt als bei uns. Auch in den Spitälern ist nicht das Chaos ausgebrochen, weil nicht jede Woche drei Mal an den Schulen getestet wurde.
Oder auch nach Dänemark, Schweden oder Norwegen, wo die SchülerInnen bestmöglichst in Ruhe gelassen wurden und nicht mit dem Spruch „sonst müssen wir die Schulen schließen“ zu Zwangstests und Maskenpflicht gegriffen wurde.