Bundesländer-Herbst-Vergleiche

Ist der Herbst 2021 besser oder schlechter als im Vorjahr?

Ich habe in den letzten Wochen immer wieder einmal Vorarlbergs und auch Österreichs aktuelle Situation in Sachen C19 mit der des Vorjahres verglichen. Heute habe ich diesen Vergleich für alle Bundesländer erstellt.

Dabei habe ich die vier wichtigsten Parameter verglichen:

  • Die Zahl der aktiv Positiven (=Abgesonderte): Diese Zahl umfasst alle mittels PCR positiv auf C19 Getesteten (also sowohl die asymptomatischen als auch die symptomatischen Fälle). Es gibt leider KEINE Angaben über den Impfstatus der Personen.
  • Die Zahl der C19-Hospitalisierten: Hier sind alle pro Tag als C19-Patienten gemeldeten Hospitalisierten (also im Normalbett betreuten) erfasst. Auch hier gibt es leider keine, schon gar nicht durchgehende Daten zum Impfstatus im Jahr 2021. Außerdem gibt es hier auch leider keine Daten zur Altersverteilung der Fälle.
  • Die Zahl der C19-Intensivpatienten: Hier sind alle pro Tag als C19-Intensivpatienten gemeldeten PatientInnen erfasst. Auch hier gibt es leider keine, schon gar nicht durchgehende Daten zum Impfstatus im Jahr 2021. Außerdem gibt es hier auch leider keine Daten zur Altersverteilung der Fälle.
    Aussagen wie „heute sind“ und „der Großteil ist“ nutzen leider überhaupt nichts, genauso wenig wie „die PatientInnen werden immer jünger“. Die Daten müssen jedoch vorhanden sein, denn manchmal – zB bei der Anfragebeantwortung des BM für Gesundheit im April 2021 oder auch dann, wenn es gerade ins Narrativ passt, gibt es doch Daten…
  • Die Zahl der C19-Todesfälle: Hier sind alle Personen erfasst, die von der AGES als C19-Todesfälle erfasst werden.  Im Gegensatz zu den oberen Werten beginnt hier die Rechnung am 1. September in beiden Jahren mit Null – da es hier keinen Sinn macht, hier die Gesamtzahl, die ja seit beginn der Pandemie hochgezählt wird, mitzunehmen. Und im Gegensatz zu den Spitalszahlen stehen ja hinter diesen Fällen keine aktuell belegten Betten.

Die Definition auf der Seite des BM für Gesundheit klingt sehr weit gefasst zu den Todesfällen: „In diese Statistik können Personen, die direkt an den Folgen der Viruserkrankung selbst oder „mit dem Virus“ (an einer potentiell anderen Todesursache) verstorben sind, fallen.“
Ich weiß, dass in England, wo die Daten ganz anders präsentiert werden zwischen „innerhab von 28 Tagen nach positivem Test verstorben“ und „innerhab von 60 Tagen nach positivem Test verstorben“ unterschieden wird.
Auf meine Frage an einen Arzt, der zu Beginn der Pandemie als Amtsarzt tätig war, ob es denn ein amtlich gleich gehaltenes „Zeitlimit“ gibt, ab wann/bis wann eine Person als C19-Todesfall gilt, bekam ich zur Antwort: „Nein, theoretisch kann ein Arzt jeden Fall zum C19-Todesfall erklären, wenn er das so als richtig erachtet.“

Der Zeitraum des Vergleichs ist immer von 1. September bis Ende November (also quasi von Schulbeginn bis zum Höhepunkt der zweiten Welle im letzten Jahr).

Meine Datenquelle sind für alle diese Zahlen die Daten der AGES (Download-Dateien auf dem AGES-Dashboard).

ÖSTERREICH

Die aktiv Positiven

Anfang September gab es 2020 in Österreich 3.306 aktiv positiv getestete Personen. 2021 waren es 20.938, das sind etwas mehr als 6 Mal so viele.
Am 23. Oktober 2021 waren es dann 38.961 – genau ein Jahr davor gab es zu diesem Zeitpunkt 23.534 Abgesonderte – das ist nur mehr sind nur mehr 49% mehr.

Interessant wird es, wenn wir uns den Vergleich der einzelnen Altersgruppen anschauen. Ich habe hier die positiven Tests der letzten 10 verfügbaren Tage zusammengefasst und verglichen. in heutigen Fall sind das jeweils die Tage vom 14. bis zum 23. Oktober.
Während hier bei der „Pflichtschulalter“-Gruppe (5-14 Jahre) die positiv Getesteten (3 Tests in der Woche verhindern quasi jede Dunkelziffer und liefern bis zu 45% Asymptomatische) um 250% gestiegen ist, gibt es nur EINE Altersgruppe, in der es weniger wurden: Bei den über 84 Jahre alten Personen ist der Wert um 30% gesunken.

Die C19-Hospitalisierungen

Während die Zahl der Positiven deutlich gestiegen ist, gibt es zum jetzigen Zeitpunkt weniger positiv Getestete, die in einem Normalbett im Krankenhaus liegen als vor einem Jahr. Bis vor wenigen Tagen war dieser Wert im laufenden Jahr noch höher als 2020, das hat sich zuletzt geändert.
Anfang September gab es 2020 in Österreich 119 C19-Hospitalisierte, 2021 waren es 401, das sind mehr als 3 Mal so viele.
Am 23. Oktober 2021 waren es dann 809 – genau ein Jahr davor gab es zu diesem Zeitpunkt 900 C19-PatientInnen in Normalbetten. – das sind 11% weniger.

Die C19-IntensivpatientInnen

Wer nun erwartet, dass – so wie bei den Hospitalisierten – auch bei den IntensivpatientInnen der Wert unter dem des Vorjahres liegt, hat sich getäuscht. Es ist zwar gut zu sehen, dass der Abstand der roten Kurve (=2021) zu den orangen Säulen (=2020) geschrumpft ist, es sind aber im laufenden Jahr weiterhin mehr Fälle als letztes Jahr gemeldet.
Anfang September gab es 2020 in Österreich 30 positiv getestete IntensivpatientInnen, 2021 waren es 141, das sind fast 5 Mal so viele.
Am 23. Oktober 2021 waren es dann 227 – genau ein Jahr davor gab es zu diesem Zeitpunkt 158 C19-IntensivpatientInnen. – das sind noch 31% mehr, also fast ein Drittel.

Die C19-Verstorbenen

Mich persönlich am meisten überrascht hat das, was wir hier sehen: Über 61% der Gesamtbevölkerung und fast genau 70% aller Impfberechtigten in Österreich sind vollgeimpft. Trotzdem gibt es 2021 seit September mehr Todesfälle an/mit C19 als im letzten Jahr um diese Zeit. Und im Gegensatz zu den Kurven weiter oben ist der Abstand hier NICHT wirklich kleiner geworden bisher.
Seit Anfang September gab es 2020 in Österreich bis zum 23. Oktober 262 an und mit C19 Verstorbene. Im Jahr 2021 waren es im gleichen Zeitraum 423 Todesfälle. Das sind um 61,5% mehr als im Vorjahr.

Weil es hier besonders überraschende Ergebnisse gab, habe ich noch eine weitere Vergleichsgrafik hinzugefügt: Sie zeigt die Altersverteilung der C19-Todesfälle. Leider kennen wir auch hier nicht den Impfstatus. Was wir jedoch wissen, ist, dass unter allen Menschen in Österreich über 55 bereits mehr fast 83% vollgeimpft sind. Bitte das mitzubedenken beim Anschauen dieser Grafik!

Was sehen wir?

  • Österreichweit waren von 1. September bis 23. Oktober 2020 fast genau die Hälfte aller Todesfälle älter als 84 Jahre. Ein Jahr später sind es nur mehr knapp über ein Drittel. Was die ABSOLUTEN Zahlen betrifft, haben die Todesfälle unter den Menschen ab 85 Jahren jedoch zugenommen.
  • Bei den 75-84-Jährigen hat sowohl der Anteil (knapp) zugenommen, vor allem jedoch auch die Zahl. Um 73% mehr Todesfälle waren in dieser Zeit 2021 zu beklagen als im Vorjahr.
  • Bei den 65-74 Jahre alten Menschen ist der Anteil noch deutlicher angestiegen und die Zahl hat sich mehr als verdoppelt.
  • Bei den 55-64-Jährigen hat sich der Prozentanteil mehr als verdoppelt und die Zahl mehr als vervierfacht.
    In diesen vier Altersgruppen (zur Erinnerung: hier sind bereits mehr als 80% vollgeimpft) zusammen betrug der Anteil an den Todesfällen letztes Jahr in diesem Zeitraum 96,96%. Im Jahr 2021 betrug der Anteil der Menschen über 55 Jahren 93,19 Prozent.
  • Die Altersgruppen bis 14 Jahre hatten in beiden Jahren in diesen 53 Tagen keinen einzigen Todesfall.
  • Bei den 15,24 Jahre alten Menschen gab es letztes Jahr ebenfalls keinen Todesfall, 2021 gab es einen einzigen.
  • Bei den 25-34 Jahre alten Personen UND bei den 35-44 Jahre alten Menschen hat sich die Zahl vervierfacht, da statt einer Person (2020) im laufenden Jahr jeweils 4 Personen verstarben. Damit macht der Anteil aller Verstorbenen unter 45 Jahren genau 2,11% aller Todesfälle aus im Jahr 2021 – letztes Jahr waren es 0,76%.
  • Bei den 45-54 Jahre alten Menschen starben letztes Jahr in diesem Zeitraum 6 Personen (2,28% aller Verstorbenen), im Jahr 2021 waren es 20 Personen (4,69%). Die Zahl hat sich damit etwas mehr als verdreifacht., der Prozentanteil fast genau verdoppelt.
  • Den größten Anstieg in absoluten Zahlen gab es übrigens bei den 75-84 Jahre alten Menschen, wo 2021 um 58 Menschen mehr verstarben als 2020.

Die Bundesländer – wieder gibt es große Unterschiede

Wir wissen bereits von anderen Postings von mir, dass es durchaus große Unterschiede zwischen den Bundesländern gibt – auch hier gibt es wieder große Auffälligkeiten!

Das Burgenland

Die aktiv Positiven

Während der Anfang September schon sehr große Unterschied zwischen 2021 und 2020 sogar noch angestiegen ist bis zur Mitte des Monats, verringerte sich der Abstand bis Mitte Oktober sukzessive. Seither sieht es so aus, als verliefen die beiden Kurven mit relativ wenig Abstand parallel.

Interessant wird es, wenn wir uns den Vergleich der einzelnen Altersgruppen in den letzten 10 Tagen anschauen. In dem Bundesland, in dem bereits fast 80% aller Menschen über 25 Vollgeimpfte sind, habe ich mir etwas anderes erwartet, als dass bis auf die 75-84-Jährigen die Zahlen in allen Altersgruppen höher sind als sie es vor einem Jahr waren in den Tagen vom 14. bis zum 23. Oktober.
Auffallend ist der starke Anstieg bei den Kleinstkindern (testen die Burgenländer auch schon im Kindergarten alle Kinder?), dafür fällt er bei den Schulkindern so niedrig wie sonst nirgends aus. Und in der Altersgruppe, in der bundesweit als einziges ein Rückgang stattfand, ist der Wert im Burgenland um mehr als 120% gestiegen: Bei den über 84 Jahre alten Personen, wo im Burgenland bereits fast 94% vollgeimpft sind.

Die C19-Hospitalisierungen

DEUTLICH weniger positiv Getestete, die in einem Normalbett im Krankenhaus liegen als vor Jahresfrist gibt es zur Zeit im Burgenland. Auch wenn der Wert erst vor etwa 10 Tagen unter den des Vorjahres sank, liegt er doch deutlich darunter – mit derzeit steigender Tendenz.

Die C19-IntensivpatientInnen

Auch bei den IntensivpatientInnen mit positivem C19-Befund liegt die Zahl derzeit unter den Werten des Vorjahres. Gut zu erkennen ist, dass – durch die geringe Zahl der Personen, die Kurve stark schwankt.
Es gab seit September 2021 nie mehr als 4 C19-Intensiv-PatientInnen in Burgenlands Krankenhäusern in diesem Jahr.

Die C19-Verstorbenen

Bei den Todeszahlen gibt es ja kein einziges Bundesland, in dem es 2021 weniger Todesfälle gab als 2020. Zur Zeit ist das Burgenland jedoch genau GLEICH wie vor einem Jahr.
In beiden Jahren gab es von Anfang September bis zum 23. Oktober genau 8 an und mit C19 Verstorbene.

Was sehen wir bei der Vergleichsgrafik der Altersgruppen?

Hier fällt das Burgenland besonders auf – das ist aber auch bedingt durch die geringe Anzahl der Fälle!

  • Von 1. September bis 23. Oktober 2020 waren nur ein Viertel aller Todesfälle älter als 84 Jahre. Ein Jahr später sind es fast zwei Drittel! Was die ABSOLUTEN Zahlen betrifft, haben sich die Todesfälle von 2 auf 5 mehr als verdoppelt.
  • Bei den 75-84-Jährigen haben sowohl der Anteil als auch der Prozentwert abgenommen. im Vergleich zum Vorjahr.
  • Bei den 65-74 Jahre alten Menschen gab es letztes Jahr noch zwei Todesfälle, 2021 bisher keinen einzigen.
  • Bei den 55-64-Jährigen ist die Zahl gleichgeblieben: Genau EIN Fall verstarb jedes Jahr in dieser Zeit, das ist genau ein Achtel der Todesfälle.
  • In allen anderen Altersgruppen gab es im Burgenland letztes Jahr und dieses Jahr keine Todesfälle in diesen 53 Tagen.

Kärnten

Die aktiv Positiven

In Kärnten verliefen die beiden weit auseinander liegenden Linien für den Zeitraum September bis November bis vor kurzem fast parallel. Der „Knick“ nach oben erfolgte 2021 jedoch etwas früher und vor allem stärker als im Jahr 2020.

Interessant wird es, wenn wir uns den Vergleich der einzelnen Altersgruppen in den letzten 10 Tagen anschauen: Wie bei Gesamt-Österreich sind bis auf die 84-Jährigen die Zahlen in allen Altersgruppen höher als sie es vor einem Jahr waren in den Tagen vom 14. bis zum 23. Oktober.
Die Steigerungsraten sind allerdings abenteuerlich hoch: 9 Mal so viele PflichtschülerInnen, fast 8 Mal so viele Kleinkinder und fast 4 Mal so viele junge Menschen von 15 bis 24 Jahre relativieren die Sache dahingehend, dass dies wohl nicht die vulnerablen Gruppen sind.
WENN wir jetzt wüssten, wie viele Menschen in Kärnten getestet worden sind in den einzelnen Altersgruppen und wie deren Impfstatus ist, dann könnte ich das südlichste Bundesland eventuell als Beispiel für die Wirkung der Impfung heranziehen. Denn je älter die Menschen, desto weniger sind positiv (und auch vollgeimpft). Da wir das aber nicht wissen, kann der Grund auch der sein, dass kaum Menschen zum Testen gehen, die geimpft sind…

Die C19-Hospitalisierungen

Kärnten ist eines der wenigen Bundesländer, in dem auch bei den Hospitalisierten die Zahlen deutlich ÜBER denen des Vorjahres liegen. Mehr als doppelt so viele wie vor einem Jahr sind es zur Zeit!

Die C19-IntensivpatientInnen

Bei den IntensivpatientInnen mit positivem C19-Befund gibt es kein anderes Bundesland, wo der Unterschied so groß ist wie in Kärnten zwischen 2021 und 2020. Zuletzt allerdings mit fallender Tendenz. Ob das auch daran liegen kann, dass Kärnten erst nach einem „Zahlenupdate im Jahr 2021 die Meldungen insofern umgestellt hat, dass alle, die auf die Intensiv kommen und dort positiv getestet sind, so lange als C19-Fall gemeldet bleiben, bis das Krankenhaus wieder verlassen wird, weiß ich nicht. Es würde aber die extrem niedrigen Zahlen vom letzten Jahr erklären…

Die C19-Verstorbenen

Auch hier fällt Kärnten auf, vor allem wegen der niedrigen Zahlen vom Herbst 2020. Seit dem 1. September gab es dieses Jahr bis zum 23. Oktober 14 Todesfälle, 2020 waren es nur 3 an und mit C19 Verstorbene. Um diese Zahlen zu relativieren, müssen wir sie mit dem bevölkerungsmäßig fast gleich großen Salzburg vergleichen: Dort starben 2021 im gleichen Zeitraum 25 Menschen An oder mit C19!

Was sehen wir bei der Vergleichsgrafik der Altersgruppen?

  • Von 1. September bis 23. Oktober 2020 war einer der drei Todesfälle (33,3%) über 84, dieses Jahr gab es in dieser Gruppe bereits 7 Fälle.
  • Bei den 75-84-Jährigen gab es ebenfalls einen Fall im letzten Jahr, 2021 waren es mit 8 sogar mehr als bei den Ältesten.
  • Bei den 65-74 Jahre alten Menschen gab es letztes Jahr gar keinen Todesfall, 2021 bisher drei.
  • Bei den 55-64-Jährigen wurden aus einem Fall 2020 fünf Verstorbene in diesem Jahr.
  • Bei den 25-34 Jahre alten gab es einen Todesfall im laufenden Zeitraum 2021 und zwei weitere waren in der Gruppe der 45-54 Jahre alten Menschen. Damit fallen etwas mehr als 11% der Todesfälle in diesen 53 Tagen auf Menschen zwischen 24 und 55 Jahren. Darunter gab es keine Verstorbenen.

Niederösterreich

Die aktiv Positiven

In NÖ erkennt man recht gut die zuerst als „vierte Welle“ angekündigte Erhöhung, die bis Anfang Oktober wieder abflacht. Danach ist die Kurve fast wie mit dem Reißbrett gezeichnet wieder parallel (mit großem Abstand) zur Kurve des Vorjahres. Mehr als doppelt so viele Abgesonderte wie 2020 sind es zur Zeit mit mehr als 7.000 Fällen.

Interessant wird es, wenn wir uns den Vergleich der einzelnen Altersgruppen in den letzten 10 Tagen anschauen: In NÖ gibt es KEINE ALTERSGRUPPE, die 2021 besser abschneidet als 2021. Ist der Unterschied bei den über 84-Jährigen zwar minimal, so liegt er überall sonst deutlich über den Zahlen des Vorjahres.
Vor allem bei den allerjüngsten, wo eben getestet wird auf Teufel komm raus, sind es mehr als 3 bzw. 4 Mal mehr Positive als vor einem Jahr.
Auch hier wäre es wieder interessant zu wissen, wie viele Menschen in NÖ getestet worden sind in den einzelnen Altersgruppen und wie deren Impfstatus ist. Denn NÖ ist im Gegensatz zu Kärnten vollkommen anders: Hier ist die Steigerung teilweise in sehr stark durchgeimpften Altersgruppen deutlich höher als etwa bei den Menschen von 25 bis 34 oder 45-54 Jahren. Da wir das aber nicht wissen, kann das auch viele andere Gründe haben.

Die C19-Hospitalisierungen

Auch NÖ ist eines der wenigen Bundesländer, in dem auch bei den Hospitalisierten die Zahlen ÜBER denen des Vorjahres liegen, auch wenn es nur ganz wenig ist.

Die C19-IntensivpatientInnen

Bei den IntensivpatientInnen mit positivem C19-Befund ist der Unterschied deutlich höher. Was jedoch auch klar zu erkennen ist: Die Kurve für 2021 verläuft eher flach und mit kaum Steigerung – das wird in den nächsten Tagen spannend werden! Wenn die Kurve weiter flach bleibt, wird sie noch vor Ende der Woche unter die Werte des Vorjahres sinken!

Die C19-Verstorbenen

Auch hier fällt NÖ auf, dieses Mal jedoch positiv, weil – wie im Burgenland – die Zahl der Verstorbenen gleich niedrig ist wie 2020.

Was sehen wir bei der Vergleichsgrafik der Altersgruppen?

  • Von 1. September bis 23. Oktober 2020 waren mehr als die Hälfte aller Todesfälle älter als 84 Jahre. Ein Jahr später sind es weniger als ein Drittel. Auch was die ABSOLUTEN Zahlen betrifft, haben sich die Todesfälle unter den Menschen über 84 Jahren von 26 auf 15 deutlich verringert.
  • Bei den 75-84-Jährigen ist es genau umgekehrt: Der Anteil an den Todesfällen ist um 10% gestiegen und es sind auch um 50% mehr Todesfälle bei den absoluten Zahlen.
  • Bei den 65-74 Jahre alten Menschen gab es letztes Jahr sieben Todesfälle, 2021 bisher acht.
  • Bei den 55-64-Jährigen ist die Zahl von einem Fall auf 5 gestiegen.
  • Bei den 45-54-Jährigen gab es 2020 keinen Fall, dieses Jahr einen, dasselbe gilt für die Menschen von 25-34 Jahren.
  • Bei den 35-44 Jahre alten gab es im Vorjahr einen und 2021 zwei Fälle.
  • In allen anderen Altersgruppen gab es in NÖ letztes Jahr und dieses Jahr keine Todesfälle in diesen 53 Tagen.

Oberösterreich

Die aktiv Positiven

OÖ vergleich ich immer gerne mit NÖ. Erstand liegen sie nebeneinander, zweitens haben beide mehr als eine Million EW und drittens heißen sie ja ähnlich… 😊
Auch in OÖ erkennt man – schwächer als in NÖ die zuerst als „vierte Welle“ angekündigte Erhöhung, die allerdings eher in ein Plateau mündet bis Mitte Oktober. Danach ist die Kurve ähnlich wie in NÖ fast wie mit dem Reißbrett gezeichnet parallel (mit großem Abstand) zur Kurve des Vorjahres. Mehr als doppelt so viele Abgesonderte wie 2020 sind es zur Zeit mit mehr als 8.300 Fällen.

Interessant wird es, wenn wir uns den Vergleich der einzelnen Altersgruppen in den letzten 10 Tagen anschauen: In OÖ gibt es wie beim Bundesschnitt bei den Menschen über 84 weniger Fälle als im Vorjahr. Ansonsten sticht vor allem die Gruppe der PflichtschülerInnen heraus mit mehr als viermal so vielen Positiven wie vor einem Jahr. Außer den Kleinkindern (mehr als Verdoppelung) und den 35-44 Jahre alten Menschen (etwas mehr als doppelt so viele).
Alle anderen haben nur wenig mehr an Fällen als es in OÖ vor einem Jahr waren.

Die C19-Hospitalisierungen

In OÖ erfolgt quasi vor zwei Tagen der „Cut“, an dem die Fälle von 2020 mehr wurden als die von 2021.

Die C19-IntensivpatientInnen

Bei den IntensivpatientInnen mit positivem C19-Befund war der Unterschied Anfang Oktober sehr groß. Was jedoch auch klar zu erkennen ist: Die Kurve für 2021 fällt seither ab und ist nur mehr knapp entfernt von den Vorjahreswerten.

Die C19-Verstorbenen

OÖs Kurve sieht eher wie eine gleichmäßige Rampe aus, die steig bergan führt. Das heißt, es kommen fast immer gleich viele neue Todesfälle dazu seit Anfang September 2021. Letztes Jahr war das ganz anders – bleibt abzuwarten, ob sich daran was ändert, sonst müssten die Kurven sich etwa um den 10. November kreuzen. Nur zur Klarstellung: eine kumulative Kurve mit den Todesfällen kann NIEMALS abfallen!

Was sehen wir bei der Vergleichsgrafik der Altersgruppen?

  • Von 1. September bis 23. Oktober 2020 waren praktisch gleich viele Prozent der C19-Todesfälle älter als 84 Jahre. In absoluten Zahlen sind sie jedoch um das Dreifache gestiegen 2021!
  • Bei den 75-84-Jährigen ist der Anteil leicht gesunken, die Zahl der Fälle hat sich fast verdreifacht.
  • Bei den 65-74 Jahre alten Menschen ist der Anteil gleichgeblieben, die Fälle haben sich ebenfalls verdreifacht.
  • Bei den 55-64-Jährigen ist der Anteil gesunken, die Fälle haben sich mehr als verdoppelt.
  • Letztes Jahr gab es in dem Zeitraum keine Fälle unter 55, dieses Jahr sind es insgesamt auch nur 4 – drei davon waren von 45 bis 54 Jahre alt und ein Fall 15-24 Jahre alt.
  • In allen anderen Altersgruppen gab es in OÖ  letztes Jahr und dieses Jahr keine Todesfälle in diesen 53 Tagen.

Salzburg

Die aktiv Positiven

Salzburg zeigt ebenfalls einen „Hügel“ bei der Kurve von 2021 im September. Ab Mitte Oktober steigt die Kurve – zuletzt sehr stark an. Der Unterschied zum letzten Jahr ist jedoch geringer als etwa in OÖ und NÖ.

Interessant wird es, wenn wir uns den Vergleich der einzelnen Altersgruppen in den letzten 10 Tagen anschauen: In Salzburg gibt es wie beim Bundesschnitt bei den Menschen über 84 weniger Fälle als im Vorjahr. Bei den 55-64 Jahre alten Personen sind die Zahlen praktisch gleich, sonst liegen sie überall zwischen 22 und 65% höher – außer bei den PflichtschülerInnen, die sprengen mit fast 280% Steigerung den Rahmen.

Die C19-Hospitalisierungen

Nach einer „Babywelle“ im September sanken die Zahlen bis Mitte August auf die des Vorjahres, steigen jetzt allerdings gemeinsam mit der Kurve von 2020 an.

Die C19-IntensivpatientInnen

Sehr seltsam ist die Kurve der IntensivpatientInnen anzusehen. Nirgends sonst gibt es so ein „Auf und Ab“ wie in Salzburg (Meldeverzögerungen?). Seit dem 3. September schwanken die Werte auf niedrigem Niveau zwischen 9 und 14. Was jedoch auch zu erkennen ist: Demnächst sollte sie die Kurve vom Vorjahr schneiden.

Die C19-Verstorbenen

Salzburg gleicht hier der Kurve von OÖ. Es sieht auch hier wie eine gleichmäßige Rampe aus, allerdings mit „Stufen“. Es bleibt auch hier abzuwarten, ob sich daran was ändert, sonst müssten die Kurven sich etwa Mitte November kreuzen. Nur zur Klarstellung: eine kumulative Kurve mit den Todesfällen kann NIEMALS abfallen!

Was sehen wir bei der Vergleichsgrafik der Altersgruppen?

  • Von 1. September bis 23. Oktober 2020 waren nur etwa 36% der C19-Todesfälle älter als 84 Jahre. 2021 waren es genau 40% – in absoluten Zahlen ist das eineinhalb Mal mehr als letztes Jahr!
  • Bei den 75-84-Jährigen ist der Anteil (+9%) und die Zahl (verdreifacht) gestiegen.
  • Bei den 65-74 Jahre alten Menschen ist die Zahl gleichgeblieben, der Anteil hat sich dadurch mehr als halbiert.
  • Auch bei den 25-34-Jährigen gab es 2020 und 2021 genau gleich viele Fälle (nämlich einen), der Anteil hat sich halbiert.
  • Neu ist ein Fall in der Altersgruppe 55-64 Jahre.
  • In allen anderen Altersgruppen gab es in Salzburg letztes Jahr und dieses Jahr keine Todesfälle in diesen 53 Tagen.

Die Steiermark

Die aktiv Positiven

Bei der Steiermark fällt auf, dass der fast gleich große Abstand zuletzt stark schmilzt vom Jahr 2021 gegenüber dem Vorjahr. Der derzeitige Anstieg ist eindeutig geringer als der des letzten Jahres.

Interessant wird es, wenn wir uns den Vergleich der einzelnen Altersgruppen in den letzten 10 Tagen anschauen: In der Steiermark gibt es wie beim Bundesschnitt bei den Menschen über 84 weniger Fälle als im Vorjahr. Bei den 75-84 Jahre alten Personen ist der Anstieg im einstelligen Prozentbereich. EXTREM ist der Zuwachs bei den PflichtschülerInnen und auch den Kleinkindern. Auch die 15-24-Jährigen haben mehr als 2,3 mal mehr als letztes Jahr!

Die C19-Hospitalisierungen

Seit Anfang September haben sich die mit C19-belegten Normalbetten in der Steiermark genau verdoppelt. in den letzten drei Tagen sind die Werte unter den steilen Anstieg des Vorjahres gesunken.

Die C19-IntensivpatientInnen

Die Kurve mit den Intensivbetten verläuft mehr oder weniger stetig leicht ansteigend. Bleibt sie so, wird sie noch diese Woche die Kurve vom letzten Jahr schneiden.

Die C19-Verstorbenen

Die Steiermark sticht in Sachen Todesfälle positiv heraus, wenn es um den Vergleich mit 2020 geht. Derzeit liegen die Werte ganz knapp über denen vom Vorjahr, wo genau um die Zeit der Anstieg zur zweiten Welle erfolgte.

Was sehen wir bei der Vergleichsgrafik der Altersgruppen?

  • Von 1. September bis 23. Oktober 2020 waren fast zwei Drittel der C19-Todesfälle älter als 84 Jahre. 2021 waren nur mehr 37,5% – auch in absoluten Zahlen ist das ein Rückgang um ein Viertel!
  • Bei den 75-84-Jährigen ist es umgekehrt: der Anteil (+9%) und die Zahl (fast verdoppelt) sind gestiegen.
  • Bei den 65-74 Jahre alten Menschen sind Zahl und Anteil fast ca. um das Dreifache gestiegen.
  • Auch bei den 55-64-Jährigen und den 45-54-Jährigen gab es 2021 dreimal mehr Fälle als 2020, der Anteil hat sich damit mehr als verdoppelt.
  • Unter 45 Jahren gab es 2020 und 2021 keinen einzigen Todesfall an oder mit C19 in der Steiermark in diesen 53 Tagen!

Tirol

Die aktiv Positiven

Im Westen ist alles anders – in Tirol sind wir seit dem 11. Oktober hinter den Werten von 2020 zurück. Auch davor war der Unterschied nicht so groß wie in manchen anderen Bundesländern.

Sehr interessant wird es, wenn wir uns den Vergleich der einzelnen Altersgruppen in den letzten 10 Tagen anschauen: In Tirol gibt es nur DREI Altersgruppen mit mehr Fällen, und nur eine davon ist unter den Erwachsenen zu finden: +8,2% bei den 35-44-Jährigen ist nicht wirklich viel. Selbst die Jugendlichen und jungen Erwachsenen hatten letztes Jahr um diese Zeit mehr Fälle als 2021! Nur bei den PflichtschülerInnen und den Kleinkindern steigen sie Zahlen, aber auch hier nur maximal um 35%!

Die C19-Hospitalisierungen

Erst in den letzten drei Tagen haben die Zahlen der mit C19-belegten Normalbetten in Tirol den bisherigen Spitzenwert von 59 Betten im September übertroffen. Und seit dem 14. September liegen die Zahlen ungefähr gleichauf mit denen des Vorjahres, zuletzt auch klar darunter.

Die C19-IntensivpatientInnen

Bei den Intensivbetten liegen die Tiroler Zahlen für 2021 zwar durchgehend über denen des Vorjahres, allerdings nie sehr stark. Ob der Anstieg zuletzt so wie die letzten „Spitzen“ wieder absinkt, bleibt abzuwarten. Steigen die Zahlen nicht stark an, werden die Werte schon vor Ende der Woche unter die des Vorjahres fallen.

Die C19-Verstorbenen

In Tirol vermute ich, dass es zwischen 12. und 14. Oktober eine Nachmeldung oder einen „tödlichen Cluster“ gegeben hat. Innerhalb von diesen drei Tagen haben sich die Todesfälle seit 1. September 2021 verdoppelt! Auch sonst steigen die Zahlen sehr auffällig in Stufen an im Jahr 2021. Derzeit sind mehr als dreimal so viele Menschen (bei kaum mehr Intensivbelegung, weniger Hospitalisierten und weniger Positiven) verstorben als im Jahr 2020 – das fällt auch auf, allerdings eher negativ!

Was sehen wir bei der Vergleichsgrafik der Altersgruppen?

  • Von 1. September bis 23. Oktober 2020 waren knapp mehr als die Hälfte der C19-Todesfälle älter als 84 Jahre. 2021 waren nur mehr etwa 5% weniger, aber immer noch sehr viele. Bei den absoluten Zahlen ist mehr als eine Verdreifachung!
  • Bei den 75-84-Jährigen ist der Anteil fast gleich, die Zahl hat sich ebenfalls mehr als um das Dreifach erhöht.
  • Das Gleiche gilt für die 65-74 Jahre alten Menschen: Drei statt nur einem Fall bedeuten fast denselben Anteil wie 2020.
  • Gab es 2020 keinen einzigen Todesfall bei den 55-64-Jährigen, so sind es 2021 5 Menschen in Tirol, die an oder mit C19 verstarben. Das sind immerhin 12% aller Todesfälle.
  • Bei den 45-54-Jährigen gab es 2021 wie auch 2020 einen einzigen Fall
  • Auch bei den 35-44-Jährigen gab es in den 53 Tagen einen C19-Todesfall in Tirol.
  • Unter 35 Jahren gab es 2020 und 2021 keinen einzigen Todesfall an oder mit C19 in dieser Zeit!

Vorarlberg

Die aktiv Positiven

Im Westen ist alles anders, Teil 2: Kein Bundesland außer Tirol ist derzeit so gut gestellt wie Vorarlberg beim Vergleich der Zeiträume! Wie in Tirol sind wir seit dem 11. Oktober unter den zahlen des Vorjahres. hatten jedoch davor deutlich mehr Unterschied zu 2020.

Interessant wird es, wenn wir uns den Vergleich der einzelnen Altersgruppen in den letzten 10 Tagen anschauen: Auch in Vorarlberg gibt es nur DREI Altersgruppen mit mehr Fällen. Allerdings ist dabei auch die Gruppe, die wir am besten schützen sollten, nämlich die über 84 Jahre alten Menschen. Da haben wir derzeit mehr als doppelt so viele Fälle als vor einem Jahr. Bei den Kleinkindern sind es fast dreimal so viele, bei den PflichtschülerInnen etwa 65% mehr. alle anderen liegen unter den Zahlen des Vorjahres.

Die C19-Hospitalisierungen

Seit dem 30. September gab es nur einen einzigen Tag, an dem es 2021 mehr C19-Hospitalisierten in Normalbetten gab als 2020. Das ist Rekord für Österreich. Derzeit haben wir gerade einmal ein Viertel der Zahlen vom letzten Jahr um diese Zeit!

Die C19-IntensivpatientInnen

Auch bei den Intensivbetten gab es nur wenige Tage seit dem 24. September (8 innerhalb eines Monats!) an denen wir höhere Belagszahlen hatten als 2020. Der Wert von heute ist sogar nicht einmal ein Fünftel vom Vorjahreswert!

Die C19-Verstorbenen

Und wer jetzt dachte, dass demnach und auch mit 61% Durchimpfungsrate auch die Todeszahlen unter denen des Vorjahres liegen müssten, hat sich getäuscht… „Mehr als doppelt so viele“ klingt bei 17 Fällen (2021) zu 8 (2020) dramatischer, als es ist, es lässt mich aber doch ratlos zurück. In Vorarlberg weiß ich zudem mit Sicherheit, dass mindestens 25% dieser Verstorbenen Vollgeimpfte waren.

Was sehen wir bei der Vergleichsgrafik der Altersgruppen?

  • Zuerst fällt auf: Es gab letztes Jahr und auch 2021 keinen Todesfall unter 65 im Ländle!
  • Von 1. September bis 23. Oktober 2020 waren 25% der C19-Todesfälle älter als 84 Jahre. 2021 waren es nur mehr etwa 18,75%. Bei den absoluten Zahlen ist das eine Steigerung um33%
  • Bei den 75-84-Jährigen waren es 2020 25%, in diesem Jahr sind es 50% der Fälle – bei den absoluten Zahlen ist das eine Vervierfachung.
  • Umgekehrt ist es bei den 65-74 Jahre alten Menschen: Letztes Jahr war noch jeder zweite Todesfall aus dieser Gruppe, 2021 sind es nur mehr knapp ein Drittel. In absoluten Zahlen ist es eine Zunahme um 25%
  • Unter 65 Jahren gab es 2020 und 2021 keinen einzigen Todesfall an oder mit C19 in dieser Zeit in Vorarlberg!

Wien

Die aktiv Positiven

Über Wien kann ich mich immer wieder nur wundern. Wer sich diese Kurve hier ansieht, muss berücksichtigen, dass Wien im Herbst 2020 am wenigsten stark betroffen war. Wenn es irgendwo in Österreich bereits eine „4. Welle“ gegeben hat, dann wohl in Wien. Derzeit sieht es so aus, als würden die Zahlen wieder steigen, mal sehen, ob die Kurven sich demnächst schneiden!

Interessant wird es, wenn wir uns den Vergleich der einzelnen Altersgruppen in den letzten 10 Tagen anschauen: Natürlich sind auch hier die durchgetesteten Kinder vorne weg und haben Zuwachsraten. Dass jedoch sonst nur die 35-44-Jährigen minimal höhere Zahlen haben als 2020, erstaunt mich doch. Warum gerade die „Oberstüfler“ und die Studenten die Gruppe mit dem meisten Rückgang sind, weiß ich auch nicht. Und – auch wenn wir nicht wissen, wie es um Impfstatus und alter ALLER Getesteten bestellt ist: Die Rückgange sprechen jetzt nicht dafür, dass Durchimpfungsrate und Rückgänge etwas miteinander zu tun haben. HÄTTEN wir – gerade in Wien, genauere Zahlen, DANN könnte ich das widerlegen oder beweisen.

Sehr seltsam ist auch die Tatsache, dass Wien zwar im Vergleich mit dem Vorjahr nicht wirklich schlechter abschneidet zur Zeit, aber bei der Zahl der aktiv Positiven in Österreich VOLLKOMMEN überrepräsentiert ist – bei 21,5% der EW sind 28% der gesamten aktiv Positiven derzeit aus Wien. Ähnlich schlecht ist hier nur OÖ, wo es bei 17% der EW derzeit 21% der Abgesonderten sind.

Die C19-Hospitalisierungen

Wer nun glaubt, Wien hätte schlimme Zahlen in den Krankenhäusern, wird eines besseren belehrt – zumindest im Vergleich mit dem Vohrjahreszeitraum. Seit dem 1. September hat Wien DURCHGEHEND weniger Betten auf den Normalstationen belegt im Jahr 2021 als ein Jahr davor! (Zur Erinnerung: Wien ist in Sachen Impfquote NICHT im Vorderfeld, bei den ältesten Personengruppen sogar am schlechtesten!)

Die C19-IntensivpatientInnen

Und auch den den Intensivstationen ist KEIN BUNDESLAND besser im Jahres-Vergleich! Vom 29. September bis heute liegen die Zahlen durchgehend unter den Vergleichzahlen von 2020! Warum Wien hier von drohender Überlastung und neuen Kinder-Intensivplätzen spricht, ist mir nicht klar.

Die C19-Verstorbenen

Tja, nur bei den Todesfällen zeigt sich das gleiche Bild wie in allen Bundesländern. Bite erklär mir das einer: Fast schon besser bei den Zahlen der Positiven, besser bei den Hospitaliserten, fast siebzig Prozent Vollgeimpfte bei der impfbaren Bevölkerung, besser bei den Intensivpatienten und trotzdem mehr Todesfälle als im Vorjahr?

Was sehen wir bei der Vergleichsgrafik der Altersgruppen?

  • Von 1. September bis 23. Oktober 2020 waren 48% der C19-Todesfälle älter als 84 Jahre. 2021 waren es nur mehr etwa 23%. Auch bei den absoluten Zahlen sind das deutlich weniger!
  • Bei den 75-84-Jährigen ist es genau die gleich absolute Zahl, der Prozentanteil ist damit um 5% gesunken.
  • Umgekehrt ist es bei den 65-74 Jahre alten Menschen: Letztes Jahr verstarben 10 Menschen aus dieser Altersgruppe in diesen 10 Tagen, 2021 waren es fast drei Mal so viele. Das ist mehr als ein Viertel aller Fälle.
  • Die Zahlen bei den 55-64-Jährigen (+10, damit 11,5% aller Fälle) und den 45-54-Jährigen (+7, fast 9%) sind stark gestiegen, bei den 25-34-Jährigen und den 35-44-Jährigen gab es je einen Todesfall.
  • Darunter gab es auch in Wien keinen einzigen Todesfall an oder mit C19 in dieser Zeit!

14 thoughts on “Bundesländer-Herbst-Vergleiche

  1. Hallo Oliver,
    eine Anmerkung dazu, weil ich dazu keine Daten von 2020 gefunden habe.
    Die mehr positiv getesteten im Jahr 2021 müßten sich eigentlich über die enorme Anzahl an Tests im heutigen Jahr erklären lassen oder?
    Ich bin relativ sicher, wenn man die Zahl der positiv Getesteten anhand der Anzahl der Tests und der Positivrate für 2020 und 2021 vergleichbarer macht, kommt am Ende raus, dass 2021 die Hospitalisierungsrate, Intensivrate und Sterberate noch viel höher ist.
    Ob das nur an der kolportiert höheren Gefährlichkeit von Delta liegt?

    Jedenfalls danke für deine Mühe, das ist sehr erhellend bzw. wirft wichtige Fragen auf.

    LG
    Ein Tiroler (wie der Name verrät ;-))

    1. Hallo Andreas!
      Ich verstehe nicht ganz, wie die Positivenrate die Zahl der Hospitalisierungen beeinflusst?
      Und wenn MEHR Tests gemacht werden, dann SINKT die Rate der Positiven ab im Vergleich.
      Allerdings (und dazu habe ich leider nur Zahlen für Vorarlberg und keine österreichweiten) ist die Zahl der PCR-Tests NICHT gestiegen im Jahresvergleich, sondern gesunken – weil vor einem Jahr hatten wir noch keine AG-Tests und jeder wirde mit PCR getestet.
      Sg
      Oliver

  2. Mir wird schon fast schwindlig beim Lesen der ganzen Statistiken, Wahnsinn welche Energie du da investierst! Mich verwundert auch, dass bei der Gruppe bis 5 Jahren offenbar doch wie wild getestet wird. Vielleicht mit dem Ziel, dass „Feld“ vorzubereiten um Argumente für eine Impfung der Kleinkinder zu haben 🤷‍♀️.

  3. Ich meine damals eine Statistik aus Israel gesehen zu haben die belegt, dass die Todesfälle mit der Impfrate steigt. Wenn man die Info der Anwälte für Grundrechte über diese „Impfung“ liest, dann bekommt man ja richtig Angst! Scheinbar wissenschaftlich bestätigt! Und: Wir haben mittlerweile genug an Sch… im Familien- und Bekanntenkreis mitbekommen, die den Text der Anwälte für Grundrechte bestätigen könnten. Und gestern habe ich die Info vom Gesundheitsministerium gelesen, dass man sich jetzt sogar die Gültigkeit seines Impfzertifikats berechnen kann. Toll! Jedes Jahr ein Stich, wenn man die Greencard nicht verlieren will!

    Auszug:
    „Mit der mRNA-Corona-„Impfung“ werden gezielt eine unvorstellbar große Anzahl an gesunden körpereigenen Zellen mit dem Spike-Protein als fremd markiert und so zur Zerstörung durch das eigene Immunsystem freigegeben.“

    Quelle: Rechtsanwälte für Grundrechte

    https://www.afa-zone.at/allgemein/corona-impfung-die-programmierte-selbst-zerstoerung-des-koerpers/?fbclid=IwAR3d1rOf7chTE1QqQf6dybl5eFM3RPGzYkX1nRPbKxmeM839SGNSVv6pWHI

  4. Für mich ist das am meisten überraschend und erklärungsbedürftig: Die ganz ganz große Steigerung bei den Kindern und Jugendlichen. Ich wage hier nicht an die Fehlerquote falscher Ergebnisse zu denken, also was steckt wirklich dahinter?
    Und danke für alle Zahlen!

    1. Hallo Norbert!
      Nein, das überrascht mich nicht. Denn Inzidenzen sind Abbildungen der Tests, die gemacht werden. Würden wir sagen, dass die kommende Woche flächendeckend dreimal alle Insassen von Altenheimen dreimal getestet werden, dass hätten wir eine Explosion der Fälle in dem Bereich!
      Was erhellend wirken würde, aber (bewusst?) niegends öffentlich ist sind einerseits die Altersverteilung ALLER Getesteten (auch der Negativen) und andererseits die Altersverteilung (keine „wir haben derzeit viele“ oder „die Patienten werden imemr jünger“ Phrasen) bei den Hospitalisierten und Intensivpatienten.
      Aber die gibt’s nicht… leider!
      Sg
      Oliver

  5. Ich habe wieder einmal dazu gelernt, ab wann man in die Sterbestatistik kommt wegen Covid und ich bin zugegebenermaßen sprachlos. Wir sollten uns einfach mal zusammensetzen und würfeln. 😅
    Vielen Dank für die unermüdlichen Recherchen und die technische Umsetzung ❤️

  6. Wow! Danke! Ich bin ehrlich betroffen, dass heuer mehr Menschen verstorben sind als letztes Jahr. Warum?

    1. Hallo Sandra!
      Nicht „heuer“ generell, sondern in der Zeit von 1. September bis jetzt… das ist ein Unterschied!
      Ich hoffe jetzt einmal, dass das nicht für die Zeit der nächsten Wochen gilt!
      Lg
      Oliver

  7. „Nein, theoretisch kann ein Arzt jeden Fall zum C19-Todesfall erklären, wenn er das so als richtig erachtet.“

    Bei diesem Rezitat wird mir beinah übel. Wahnsinn, was du dir hier wieder angetan hast! Ich bin beruflich ganz gut im fakturieren, also wollen wir mal Rechnungen an diverse Ministerien erstellen? 😛

    Merci!

  8. Hallo Oliver,
    was für eine tolle Arbeit, Auflistung, Grafiken, Tabellen. Vielen lieben Dank.

    Kleine Anmerkung – unter V ist bei den Verstorbenen in Klammer (2921 und 2929) als Zahl. Ich nehme an es soll heissen (2021) und (2020) 😉🤗.

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