Wird das noch was?

Der Juli 2025 am Beispiel von Feldkirch – schauen wir uns doch einmal die historischen Mittelwerte an:

Die aufschlussreichste Linie ist die SCHWARZE: Sie zeigt uns das Mittel aller Jahre seit 1936 an – so lange gibt es für Feldkirchs Station Tageshöchst-Temperaturen bei der gesophere austria, die bis vor kurzem noch die ZAMG war. Im Mittel aller 89 Jahre bis 2024 lag die Temperatur immer zwischen 23 und 25 Grad, am wärmsten war es gegen Ende Juli, am kühlsten um den 9. Juli herum.

Die sehr oft verwendete ist die BLAUE Linie, die das Mittel der 30 Jahre ab 1961 zeigt. Wir sehen gleich, dass das eine der kühleren Phasen war, nur um den 12. Juli herum lag sie über dem langjährigen Schnitt.

Ebenfalls oft zitiert: Die „Klimaperiode 1991 bis 2020“ (hellorange). Sie lag IMMER über dem Allzeit-Schnitt der Messwerte, am wenigsten um den 13. Juli herum und zeigt ihr Maximum von mehr als 26 Grad am 26. Juli.

Die hellrote Linie zeigt die letzten 50 Jahre vor 2025. sie ist ähnlich hoch wie die von 1991-2020, nur um den 10. Juli liegt sie leicht höher.

Dunkelrot eingefärbt sind die letzten 30 Jahre. Demnach war der Monatsanfang in den letzten 30 Jahren wärmer als in den letzten 50 und vor allem auch die Zeit um den 20. Juli, wo es im Schnitt fast 27 °C hatte in Feldkirch.

Und jetzt wechseln wir die Skalierung, weil nun EINZELJAHRE dazu kommen – und zwar der wärmste Juli in Feldkirch (2023, lila) und der aktuelle Sommer (pink) – bei letzterem habe ich ab morgen die Werte dazu genommen, die bei „meteoblue“ derzeit für Feldkirch prognostiziert werden (gestrichelte Linie).
Wir sehen, dass 2023 bis auf ZWEI Tage IMMER über dem Mittel lag und 2025 bisher nur durch einen sehr warmen Monatbeginn auffiel. Dazu kam ein recht warmer 13. Juli. Wenn die Prognosen stimmen von meteoblue, dann wird der Juli allerdings sehr durchschnittlich werden bei uns – hoffen wir, dass die Werte ab dem 25. Juli sich noch ändern, NOCH ist die Prognose sehr unsicher, aber tendenziell eben eher auf der kühlen Seite.

Zum Abschluss gibt’s noch die Jahre ab 2020 und einige ausgewählte von früher:

  • 1984 lieferte uns den absoluten Rekordwert für Juli in Feldkirch mit 38,1 Grad – und das schon am 11. Juli! Nur 6 Tage später gab es dann nur 14 Grad als Tageshöchsttemperatur!
  • 2003 war anfangs kühl und dann über 20 Tage über dem langjährigen Mittel.
  • 2007 lieferte am 15., 16., 20 und 23. Juli werte um 34 Grad, war aber in der ersten Julihälfte unterdurchschnittlich.
  • 2013 lieferte den zweitwärmsten Tag im Juli in Feldkirch: am 28. Juli wurden 37,2 °C gemessen. Es gab auch keine wirklich kühlen Tage im Jahr 2013, aber auch wenig wirklich heiße.
  • 2018 – das Jahr mit den wenigsten Heiztagen in Österreich im Juli – war immer überdurchschnittlich aber nur am Monatsende wirklich warm.
  • 2020 und 2021 waren beide keine „heißen“ Julimonate und es gab immer wieder Tage unter 20 Grad.
  • 2022 zeigt fast durchgehend mindestens 29 Grad vom 13. bis zum 26. Juli.

Wenn übrigens die Prognose von meteoblue zutreffen sollte, wird der Juli 2025 der zweitkälteste seit 2015 – nur 2021 war es noch „kälter“ in Feldkirch.

Abschluss

Statt dem Fazit gibt es dieses Mal einen Abschluss: Ich vergleiche 2024 und 2025 – neben den Mittelwerten – mit den zwei ex aequo wärmsten und dem kältesten Jahr seit 1981:

  • Im Jahr 2000 war es nur an 5 Tagen wärmer als im Mittel aller Jahre von 1936 bis 2024! Insgesamt lag die durchschnittliche Tageshöchsttemperatur damals bei 21,1°C!
  • Die Jahre 2006 und 1983 (!) teilen sich mit 28,9 °C den Rekord – übrigens sogar den seit 1936 im Juli in Feldkirch. In beiden Monaten gab es nur zwei Tage unter dem Schnitt – 2006 lagen diese am Monatanfang, 1983 am 7. Juli und am 29. Juli. 1983 gab es in den letzten 16 Tagen des Monats nur ZWEI, an denen das Thermometer in Feldkirch nicht mindestens 29°C anzeigte! Vom 17. Juli weg gab es 11 Hitzetage in Österreichs westlichster Stadt!
  • Wer nun 2025 mit 1983 oder 2006 vergleicht, erkennt, dass es mindestens eine solche Hitzewelle wie 1983 geben müsste, damit der Juli zum „heißesten aller Zeiten“ (=Mess-Zeiten) könnte in Vorarlberg.

Ich wünsche uns allen noch viele Tage, wie wir in heute in Vorarlberg hatten – traumhaft schönes Wetter, das zum Wandern und Baden einlädt. Mögen sich die Wetterfrösche alle irren und die zweite Julihälfte uns einen schönen Sommer bescheren!