Wie warm war 2026 bisher in Österreich?

Heute, am Ostersonntag, an dem es laut Prognosen das erste Mal im Jahr 2026 richtig warm werden soll, habe ich mir das Jahr 2026 in Sachen Daten der geosphere austria (früher ZAMG) aktualisiert bei meinen Daten.

Anstatt euch alle am Ostersonntag mit vielen Grafiken und Zahlen zu „füttern“, mache ich es kurz und zeige euch nur zwei „Heatmaps“ mit Daten:

Rangliste der ersten drei Monate

In dieser Tabelle seht ihr Daten, die zeigen, wie warm das Jahr 2026 bis zum 5.4. in der Messgeschichte der einzelnen Stationen war. Basis dafür sind die Tageshöchstwerte aller einzelnen Tage.
In der ersten Zeile findet sich der Wert für die Anzahl der Messjahre seit 1895. Nur in Wien, am Sonnblick und in Kremsmünster gibt es Daten für 131 Jahre, in Salzburg und Innsbruck sind es nur 3 Jahre weniger. Alle anderen Stationen liefern Daten für 73 (Langen a.A.) bis 89 Jahre (Feldkirch, Freistadt, Rauris und Zwettl).

Die nächste Zeile zeigt uns, wie warm/kühl das Jahr gesamt war bis heute: in Freistadt (14. Rang unter 89 Jahren), Innsbruck (18. Rang unter 128 Jahren) und Bad Gleichenberg (19. Rang unter 82 Jahren) reichte es für einen Wert in den Top 20. Alle anderen Stationen liegen zwischen Rang 23 und Rang 30.
Bei den einzelnen Monaten fällt auf, dass der Jänner – bis auf Innsbruck – entweder sehr im Durchschnitt ALLER Jahre lag oder sogar zu den kälteren gehörte. Der Februar war überall unter den 25 wärmsten, aber nirgends unter den 10 wärmsten der Messsgeschichte.
Der März fällt durch deutliche Unterschiede auf: Während er in Feldkirch und am Sonnblick recht „frisch“ war, war er in Freistadt der drittwärmste in 89 Jahren und auch in Kremsmünster, Wien, Bad Gleichenberg und Wörterberg schaffte er es in die Top 10 aller bisher gemessenen März-Monate.

Wann war es an welchem Tag des Jahres am wärmsten?

Was ich immer wieder höre ist, dass es früher nie so warm war – oder eben genau das Gegenteil, dass es früher sehr wohl sehr warme Tage gegeben hat. Ich habe daher eine Tabelle gemacht, auf der wir sehen, in welchem Jahr es an welchem Tag an jeder der von mir verwendeten Messtationen am wärmsten war seit Messbeginn der Tageshöchstwerte: Je mehr rot wir sehen, desto eher liegt dieser Wert in den letzten Jahren, je mehr grün zu sehen ist, desto mehr liegt er in der Vergangenheit.

Was auffällt, ist, dass es vor allem Anfang April und Ende Juni/Anfang Juli sehr oft in den letzten Jahren am wärmsten war, wenn es um Rekordwerte aller Jahre geht. Am meisten grün finden wir im September – was bedeutet, dass die wärmsten Septembertage in fast allen Stationen meist schon 50 oder mehr Jahre zurück liegen.

Fazit

Wenn es in den kommenden Tagen recht warm wird, dann ist das – wenn wir auf die Heatmap oben schauen, für Anfang April in den letzten Jahren nicht unüblich. Genauso wie Hitzewellen Ende Juni/Anfang Juli in den letzten Jahrzehnten wohl heißer waren als davor. Auch ein eher kühler September entspricht dem, was wir erwarten dürfen bei uns.
2026 war bisher in Freistadt, Innsbruck und Kremsmünster im wärmeren Fünftel aller Jahre, sonst eher knapp im Bereich des wärmeren Viertels oder auch Drittels aller Messjahre.

Was mich immer verwundert, ist wie „polarisiert“ die Debatten verlaufen – die eine „Seite“ nutzt jede wärmere Periode, um darauf hinzuweisen, dass wir bald keine Gletscher mehr haben und demnächst Millionen von Menschen an der Meeresküste umgesiedelt werden müssen, die andere spricht bei jedem Polarlufteinbruch vom kältesten XY in ihrer Erinnerung und dem Beweis, dass es keinen Klimawandel gibt. Beides entspricht nicht den Tatsachen. Mir persönlich ist eine sachliche Aufarbeitung und ein „bei den Fakten bleiben“ lieber und wichtiger.

Und wenn ich einen Wunsch frei habe: Ich hätte gerne einen „Wonnemonat Mai“ mit vielen Sonnenstunden und angenehm warmen Temperaturen – ganz ohne Gezeter und Geschrei. Derzeit haben wir ganz andere Themen, die sich bestens für „schlagende Zeilen“ eignen…