Seit mehreren Tagen ist es sehr heiß in Österreich – Temperaturen über 30 Grad über das ganze Land verteilt werden gemeldet. Wie sieht das im historischen Zusammenhang aus? Wie viele Hitzetage gab es in der Vergangenheit – konkret seit 1936 – an den von mir immer wieder verwendeten 16 Mess-Stationen im Land im Juni?
Anzahl der Hitzetage pro Jahr im Juni
Wir schreiben heute den 25. Juni – das heißt, wir haben Daten bis zum 24. Juni und es fehlen noch sechs Tage bis zum Monatsende. Derzeit sind sich die Prognosen verschiedener Wetterseiten einig: Bis mindestens Sonntag (28. Juni) soll es noch weiter so heiß bleiben wie zuletzt oder sogar noch heißer werden als die letzten Tage.

In Feldkirch ist der Rekord für den Juni noch nicht gefallen, was die Anzahl der Hitzetage betrifft, das wird aber sicher noch passieren – nur mehr ein Tag fehlt zum Einstellen des Rekordes aus dem Jahr 2020, als es im Juni 11 Hitzetage gab. Der Trend zeigt für den Juni ganz klar nach oben – im Schnitt gibt es die letzten Jahre immer mindestens 5 Tage mit Temperaturen von mindestens 30 °C.

In Bad Bleiberg in Kärnten gibt es jetzt schon einen neuen Rekord für den Juni – 2020 waren es 3 Hitzetage, 2026 sind es schon 4 und werden sicher noch mehr.

In Bad Gleichenberg gab es im Juni 2004 14 Hitzetage – 2026 waren es bisher 10, daher wird auch hier der neue Rekord aus dem Jahr 2026 stammen.

Ob es in Freistadt wirklich für einen neuen Rekord reichen wird, hängt von den letzten Junitagen ab. Seit 1936 gab es im Juni nir mehr Hitzetage im Norden Oberösterreichs als im Jahr 2020 mit neun solcher Tage. 2026 waren es bisher „nur“ vier, das heißt ein neuer Rekord wird es nur dann sein, wenn ALLE Tage, die im Juni noch folgen, mehr als 30 Grad Tageshöchsttemperaturaufweisen.

Innsbruck weist von allen 16 Stationen, die ich immer wieder verwende, schon in der Vergangenheit die meisten Hitzetage im Juni auf. Nie waren es mehr als 2020, damals waren mit 17 mehr als die Hälfte aller Junitage mindestens 30°C heiß. 2026 waren es bisher 15, das sollte also für einen neuen Rekord reichen.

In Kremsmünster in OÖ wurde der Rekord von 2020 (7 Tage) gestern eingestellt – ein neuer Rekord für den Juni ist damit sicher.

In Lienz in Osttirol gibt es mit 13 Hitzetagen im Juni 2026 bereits jetzt einen neuen Rekordwert, der wohl noch einige Tage dazu bekommt bis zum Monatsende.

In Langen am Arlberg gibt es nur sehr selten Hitzetage im Juni. 2026 gab es noch keinen einzigen. 2020 waren es insgesamt 3. Die Prognosen verschiedener Wetterseiten lassen VIELLEICHT noch einen solchen Hitzetag erwarten – hier dürfte der Rekord also nicht fallen.

In Rauris wurde der gemeinsame Rekord von 2020 und 2022 (6 Tage) gestern eingestellt. Drei oder vier Tage dürften hier 2026 noch dazu kommen und für einen neuen „Solo-Rekord“ sorgen für den Juni.

Auch in Reichenau an der Rax war es im Juni – was die Hitzetage betrifft – nie heißer bisher als 2020. Damals gab es zehn solcher Tage – 2026 waren es bisher 8. Auch hier sollte sich also ein neuer Rekord ausgehen.

In Salzburg sind es seit gestern – wie im Jahr 1936 (!) und 2020 – acht Hitzetage im Juni. Damit sollte es auch hier für einen neuen Rekord reichen.

In Seckau in der Obersteiermark sind die fünf Tage mit Werten von mindestens 30°C bereits jetzt neuer Rekord seit 1936.

Am Sonnblick wird es wohl noch sehr lange keine Tage mit mehr als 30 Grad geben. Ich habe hier die Tage mit mindestens 10 Grad im Juni dargestellt. Noch nie gab es so viele solcher Tage seit 1936 wir im Juni 2026.

In Wien waren es bisher im Jahr 2026 „nur“ neun Hitzetage an der Hohen Warte. Für den Rekord von 2020 braucht es noch drei solche Tage – das wird sich ziemlich sicher ausgehen.

In Wörterberg geht sich ein neuer Rekordwert nur dann aus, wenn abe heute jeder Tage im Juni ein Hitzetag sein wird. Denn bisher waren es „erst“ 5, und 2004 waren es 10 solcher Tage im Juni.

Auch in Zwettle sollte der Rekordwert von 2020 noch fallen – derzeit fehlen dafür noch zwei Hitzetage.
Fazit
Fast überall in Österreich wird es im Jahr 2026 einen neuen Rekordwert an Hitzetagen im Juni geben, wenn wir die Daten seit 1936 anschauen. Eine so lange durchgehende Anzahl an Hitzetagen ist auch sehr ungewöhnlich. In innsbruck, wo es sehr viele heiße Tage im Sommer gab und gibt, war es 2025 ab dem 11. Juni ungewöhnlich lange sehr heiß: Nur an vier Tagen gab es damals bis zum 3. Juli KEINEN Hitzetag und nur einer dieser vier Tage hatte eine Tageshöchsttemperatur von unter 26,6 Grad!
Dass der Juni 2026 damit so gut wie überall in die Rekordbücher kommenw ird, steht bereits jetzt fest. Ob es allerdings für den „wärmsten Juni der Messgeschichte“ reichen wird, wage ich zu bezweifeln, dafür war der Start in den Monat überall zu kühl. Derzeit liegen die Zahlen für den Juni überall zwischen Rang 6 und Rang 13 der Messgeschichte.
Ein Wort noch zu den immer wieder in den Medien zu lesenden „Hitzetoten“: Es steht außer Zweifel, dass derzeit viele Menschen unter den hohen Temperaturen bei uns leiden. Nun aber Zahlen, die auf SCHÄTZUNGEN basieren und bei denen die zu erwartenden Todesfälle mit den tatsächlichen verglichen werden und diese dann automatisch zu Hitzetoten gemacht werden, erinnert mich frappant an eine Zeit vor etwa fünf Jahren… für mich und mein Verständnis von Wissenschaft hat das mit Sachlichkeit wenig zu tun – vor allem, wenn ich dann noch sehe, dass absolute Zahlen einzelner Bundesländer miteinander verglichen werden, also nicht berücksichtigt wird, dass zB in Wien ein Mehrfaches an Menschen leben wie zum Beispiel in der Steiermark oder Kärnten.
Was mich an dem Ganzen aber am meisten stört, sind die Extremvariationen, die hier lautstark aufeinanderprallen: Einerseits die „es ist doch alles so wie früher auch“ und „so was gab es immer schon“ Menschen, die glauben, dass es gar nicht wärmer wurde in den letzten Jahrzehnten und andererseits die schon nach Hitzetoten-Dashboard schreienden und bei 30 Grad im Schatten hyperventilierenden Menschen, die jedem, der es wagt, das heiße Wetter zu mögen, einen Hitzeschlag wünschen und so tun, als gäbe es nur vermehrt Todesfälle unter vulnerablen Bevölkerungsgruppen in Hitzewellen und nicht vor allem im Winter, wenn es dunkel und kalt ist.
Was mit Sicherheit „menschengemacht“ an der Hitze ist, sind die fünf bis neun Fußballfelder an Fläche, die täglich versiegelt werden in Österreich. Mein Tipp für alle, die die Möglichkeit dazu haben: Im Wald, idealerweise in einem Auwald an einem Bach oder Fluss, ist es MINDESTENS um 5 Grad kühler als auf offenen Flächen und wahrscheinlich eher fast zehn Grad kühler als im städtischen Raum, der sich vor allem dadurch auszeichnet, dass immer weniger Häuser „richtige“ Gartenflächen und große, schattenspendende Bäume haben – dafür finden sich immer mehr mitten im Asphalt wachsende in der Hitze ebenfalls leidende Bäume, die nach wenigen Jahren durch neue ersetzt werden müssen. Siehe zu solchen „Planungsbeispielen“ nach unter dem Stichwort „Eggarten“ in München!