Offizielle Zahlen zu den Waldbränden 2026

„Südwesteuropa brennt“, „noch nie verbrannte so viel Wald“ und ähnliches war zuletzt zu hören. Um es gleich vorne weg klarzustellen: JEDER Waldbrand ist einer zu viel – außer vielleicht in den Regionen, in denen regelmäßige Waldbrände durch Blitzeinschlag sogar für die Gesundheit des Waldes sorgen.
Allerdings sind zwischen 94 und 96% der Waldbrände durch Menschen verursacht – und damit ist nicht ein „menschengemachter Klimawandel“ gemeint, sondern tatsächlich eine Absicht oder Unachtsamkeit durch Menschen, die zu einem feuer führt. Laut WWF sind zudem zum Beispiel in Deutschland 18% der Brände durch Brandstiftung entstanden, im Mittelmeerraum ist dieser Anteil wohl mindestens doppelt so hoch.

Zurück zu den Zahlen. Es gibt eine Seite mit dem Logo der EU, von Copernicus und sogar der NASA: https://gwis.jrc.ec.europa.eu/apps/gwis.statistics/seasonaltrend – dort steht folgendes zu lesen:

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Grafiken zu den Waldbränden

Weltweit

Das sind die laut dieser Seite offiziell im Jahr 2026 verbrannten Flächen. Links sehen wir, dass die Flächen pro WOCHE (rot) immer unter dem Schnitt aller Jahre (blau) lag und ganz oft 2026 neue „Minusrekorde“ entstanden sind, weil die Fläche unter dem grau schraffierten Bereich liegt,d er das Minimum und das Maximum der bisher dokumentierten Jahre zeigt – es gibt übrigens Daten zurück bis 2003!
Rechts sehen wir, dass – weltweit gesehen – seit der Anfang März noch nie WENIGER Flächen seit dem Jahr 2003 verbrannt sind als 2026.

Auch die weltweite ANZAHL an Feuern war nie geringer als in diesem Jahr und nirgends gibt es einzelne Wochen, in denen es offensichtlich auch nur annähernd so viele Einzelbrände gab wie im bisherigen Schnitt aller Jahre seit 2003.

Europa

Schauen wir zuerst wieder auf die verbrannten Flächen in Europa:

Am 13. und 20. Mai und am 17. Juni reichte die verbrannte Fläche pro Woche FAST an den DURCHSCHNITT der sonst um diese zeit im Jahr verbrannten Flächen heran, sonst liegt sie immer klar darunter – wozu das lohgischerweise führen muss, sehen wir rechts: Insgesamt ist noch nie auch nur ANNÄHREND so wenig Fläche verbrannt seit 2003 als im Jahr 2026. Wer links auf die grauen Flächen sieht, erkennt auch: Die „Hauptzeiten“ der Feuer sind in wenigen Wochen vorüber, danach nimmt die verbrannte Fläche pro Woche DEUTLICH ab.

Auch die ANZAHL der Feuer war nur am 17. Juni minimal über dem langjährigen Schnitt und sonst nie darüber. Auch das führt dazu, dass in Summe das Jahr in Sachen Anzahl an Wildfeuern so „gut“ war wie keines zuvor seit 2003.

Wenn wir uns nur den EU-Mittelmeerraum anschauen, dann gab es hier vorletzte Woche eine Woche mit einem neuen Rekordwert für diese eine Woche. Das hat auch dazu geführt, dass das bis dahin unterdurchschnittliche Jahr 2026 nun etwas über dem Mittel aller Jahre seit 2003 liegt – allerdings noch weit entfernt vom Höchstwert. Die „Hauptsaison“ der Waldbrände in diesem Gebiet dauert noch bis Ende Oktober – es kann also noch einiges dazu kommen.

Spanien war viel in den Schlagzeilen zuletzt – bis vor wenigen Wochen war auch hier noch alles im Mittel aller Jahre, dann kamen zwei Wochen mit vielen Bränden. Interesanterweise gibt es bisher in Spanien immer Ende Juli und Anfang August weniger Brände als davor und danach. Im Summe aller verbrannten Flächen liegt Spanien fast auf einem doppelt so hohen Niveau wie sonst um diese Zeit im Jahr – andererseits können wir darauf hoffen, dass es dabei bleibt, dann wäre es in Summe nur knapp mehr als „üblich“ und immer noch weniger als die Hälfte des Maximums.

Und während es in Italien relativ „normal“ zugeht in Sachen verbrannte Flächen…

… hat Frankreich mit den massiven Bränden von vorletzter Woche bereits jetzt fast das bisherige „Allzeit-Hoch“ aller Jahre seit 2003 erreicht. In Summe der verbrannten Flächen in Europa ist das aber so „wenig“ gewesen, dass es bisher kaum sichtbar ist bei den Daten aus Gesamt-Europa…

Was die ANZAHL der Feuer betrifft, so ist Frankreich bisher kaum auffällig – das deutet (und wir wissen bereits, dass es so ist) auf einzelne sehr große und heftige Feuer hin.

Und Kanada?

Dort gab es zwar Anfang Juli und vor etwa 10 Tagen große neu verbrannte Flächen, insgesamt liegen die Zahlen jedoch immer noch DEUTLICH unter dem Schnitt aller Jahre seit 2003.

Fazit

Waldbrände sind schrecklich und in mehr als 90% vom Menschen verursacht. Allerdings gab es im Jahr 2026 bisher – mit Ausnahme von Frankreich – so gut wie nirgends dramatische Zahlen dazu, wenn es um die verbrannte Fläche geht. Wie schon eingangs betont, macht das die Brände nirgends „besser“ – allerdings ist es schon interessant, dass es nur Berichte und „Studien“ gibt, die das Gegenteil suggerieren.
Sind wir also – trotz allen Elends und Schrecken dort, wo es brennt – froh, dass 2026 bisher so wenig verbrannte Flächen aufweist wie kein anderes Jahr seit 2003 – die Richtung würde demnach stimmen!

P.S.: Ich frage mich gerade, ob durch KRIEG verursachte Waldbrände erstens erfasst und zweitens häufig sind…