Österreichs Sterbezahlen seit 1970 in Altersgruppen

Diese Woche veröffentlichte die Statistik Austria die Zahlen zu den Todesursachen für das Jahr 2025. In dem Zusammenhang ist auch interessat, wie sich die Sterbezahlen seit 1970 entwickelt haben – ich habe sie hier zusammengafsst dargestellt nach 5-Jahres-Altersgruppen:

Relativ viele Kinder sterben, bevor sie ihr erstes Lebensjahr vollendet haben. Das zeigt sich dann in der Altersgruppe der unter 5-Jährigen. Allerdings ist die Sterblichkeit hier seit 1970 dramatisch zurückgegangen. Waren es damals noch über 550 von 100.000 Kindern, die verstarben im Laufe eine Jahres, so sind es zuletzt nur mehr 63 gewesen. Die höchste Sterblichkeit seit dem Jahr 2000 gab es im jahr 2003, als 109 Kleinkinder von 100.000 in Österreich verstarben im Laufe des Jahres.

Die „sicherste Altersgruppe“ unter allen 5-Jahres-Altersgruppen in Österreich ist die der 5 bis 9 Jahre alten Kinder. Im Schnitt starben seit 1970 in dieser Gruppe weniger als 18 von 100.000 Kindern pro Jahr. Nie waren es mehr als 1970 (etwa 50) und seit 2000 waren es nie mehr als 2005 (13).

Hier sehen wir die 10 bis 39-Jährigen zusammengefasst: Immer ging die Sterblichkeit stark zurück seit 1970, allerdings war das Jahr mit den meisten Todesfällen nur einmal 1970 (35-39-Jährige), sonst war es immer 1971, 1972 oder 1973. Auffallend: Nur bei den 30-34-Jährigen war seit 2000 das Jahr 2001 das mit den meisten Todesfällen, sonst war es immer das Jahr 2000.

Auch bei den 40-59-Jährigen gab es nur einmal (45-49-Jährige) mit 2001 ein anderes Jahr als 2000 selbst, in dem am meisten Todesfälle pro 100.000 EW zu verzeichnen waren. Das Jahr mit den meisten Todesfällen war zweimal 1970, einmal 1971 und – auffallend anders und wieder bei den 45-49-Jährigen einmal das Jahr 1979.

Bei den 60-79-Jährigen gab es seit 1970 nie mehr Todesfälle pro 100.000 EW als im Jahr 1970 selbst. Im neuen Jahrtausend war es immer das Jahr 2000, in dem am meisten Sterbefälle zu verzeichnen waren.

Die Menschen von 80 bis 94 Jahren sind die Altersgruppen, in denen 1970 mehr als 10% aller Menschen pro Altersgruppe in einem Jahr verstarben. In ALLEN drei Altersgruppen war 1971 das Jahr mit den meisten Todesfällen. Nur bei den 85 bis 89-Jährigen verstarben seit dem Millenium in einem anderen Jahr als 2000 selbst mehr Menschen pro 100.000: Bei den 85-89-Jährigen war das das Jahr 2003.

Zuguterletzt die Altersgruppe der Menschen ab 95 Jahren – also die unter den Österreichern, die wirklich SEHR alt wurden und werden. Hier sehen wir etwas Auffälliges: Das jahr mit den meisten Todesfällen liegt NICHT in den Siebziegerjahren, sondern in den letzten Jahren: Es war allerdings nicht 2020 oder 2021, sondern das Jahr 2022! Am zweitmeisten Todesfälle pro 100.000 gab es in dieser Altersgruppe im Jahr 2003. Generell fällt in dieser Altersgruppe auf, dass es nicht so einen Rückgang bei den Zahlen gibt wie in den anderen Gruppen – was nicht weiter verwudnerlich ist, weil das die Altersgruppe ist, die niemand „überlebt“, weil sie nach oben hin offen ist. Im Schnitt aller Jahre seit 1970 versterben in dieser Altersgruppe pro Jahr mehr als ein Drittel aller Menschen!

Hier sehen wir noch die durchschnittliche Zahl an Todesfällen pro 100.000 Menschen in Österreich seit dem Jahr 1970. Auffallend ist – neben der durch die Säuglingssterblichkeit herausragenden Gruppe der Kinder unter 5 Jahren – dass bei den 15 bis 19 Jahre alten Menschen DEUTLICH mehr sterben als in der Altersgruppe davor. Relativ niedrig ist das Sterberisiko in der Gruppe der 25-29-Jährigen, es ist dort sogar geringer als in der Altergsurppe davor.

Und die Pandemie?

Das sind die Zahlen der Sterbefälle pro 100.000 in allen 5-Jahres-Altersgruppen seit 2015. Rot umrandet sind dabei die Jahre 2020 bis 2023, in denen bei uns offiziell die Covid-Pandemie ausgerufen war. In KEINER Altersgruppe war das Jahr 2020 das schlimmste Jahr seit 2015! 2021 war bei den 30-34-Jährigen und den 75-79-Jährigen an erster Stelle, 2022 bei den 25-29-Jährigen, den 90-94-Jährigen und den Menschen ab 95 Jahren. Und bei den 15-19-Jährigen gab es nie mehr Todesfälle seit 2015 als im Jahr 2023.

Wenn wir ein Mittel der letzten 11 Jahre zugrunde legen, dann sieht es bei den einzelnen Altersgruppe wie oben aus: Herausstechend sind hier die Jahre 2025 bei den 10-14-Jährigen, 2023 bei den 5 bis 9-Jährigen und 2023 bei den 15-19-Jährigen. Das sind allerdings alles Altersgruppen, bei denen wegen sehr weniger Todesfälle pro 100.000 und Jahr auch schon geringe Unterschiede viel ausmachen, wenn es um Abweichungen vom „Schnitt“ geht.

Ein interessanter Vergleich

Wenn wir nurn einerseits die absoluten Todeszahlen seit 2015 (rote Linie) mit dem Mittel der Altersgruppen (siehe oben) wenn es um die Sterblichkeit innerhalb dieser Altersgruppen seit 2015 geht, vergleichen, sieht das so aus:

Obwohl 2015 insgesamt deutlich weniger Todesfälle hatte als die Jahr 2020 bis 2022, liegt die violette Linie hier am höchsten, weil es in vielen Altersgruppen (siehe Heatmap oben) sehr hoher Sterbezahlen gab – so waren die Zahlen bei den 40 bis 70-Jährigen sehr hoch. Weil in diesen Altersgruppen aber deutlich weniger Menschen sterben als in den Altersgruppen mit den besonders alten Menschen, fallen solche Abweichungen in den Gesamtzahlen nicht auf.
Nur wenn wir das berücksichtigen, sehen wir zum Beispiel, dass das Jahr 2021 „schlimmer“ war als das Jahr 2020, obwohl die Todesfälle ingesamt zurück gingen.
Das Gute daran: Das Jahr 2025 war insgesamt bei beiden Betrachtungsweisen eines der „ruhigsten“, wenn es um die Sterbezahlen geht.

Fazit

Manchmal lohnt sich ein genauerer Blick auf die Zahlen – neben der Tatsache, dass eine Relativierung immer wichtig ist, zeigt die letzte Grafik zum Beispiel, dass manchmal die Details durchaus Interessantes zutage bringen können, das auf den ersten Blick übersehen wird.
Fakt ist, dass heute deutlich weniger Menschen pro 100.000 Einwohner sterben in allen Altersgruppen unter der Gruppe der über 95-Jährigen als noch vor etwa 55 Jahren. Hoffen wir angesichts der „Rüstungs-Tatsachen“ und der immer lauter werdenden „Kriegsbewegung“, dass sich daran auch die nächsten Jahre nichts ändern wird!
Mit den genaueren Todesursachen von 2025 im Vergleich zu den Vorjahren beschäftige ich mich irgendwann in nächster Zeit, wenn es mir möglich ist.