Das Jahr ist fast zu Ende – im Osten Österreichs gab es vielerorts zum ersten Mal seit langem weiße Weihnachten. Wie sah es mit den Gesamtniederschlägen 2025 aus? Schon im Sommer hieß es, dass alles sehr trocken sei und dass es zu wenig Niederschläge gab. Ich habe damals schon etwas dazu geschrieben und die Daten jetzt bis zum 24.12. ergänzt für alle geoshere-Stationen, die ich verwende:

In Feldkirch gab es bis Weihnachten im Jahr 2025 fast genau 1.100 mm Niederschlag. Das Jahr (pinke Linie) war ab Februar immer unter dem Durchschnitt aller 130 Messjahre. Im Sommer war das Jahr 1911 das trockenste, das blieb lange Zeit auch danach so – zu Weihnachten war allerdings 1953 minimal trockener, wenn es um die Gesamtmenge an Niederschlag bis dorthin geht. Das nasseste Jahr bis Ende Juli war 1999, zu Weihnachten war die Niederschlagssumme 1981 durch einen sehr nassen Dezember noch höher.

In Langen am Arlberg entsprach der Niederschlag bis Weihnachten genau dem langjährigen Schnitt der bisherigen Messjahre. Mit 1.724 mm Niederschlag liegt der Wert deutlich über dem von Feldkirch. Am feuchtesten war das Jahr 1944, am trockensten (bis Ende Juli und auch bis Weihnachten) das Jahr 1971. Die hellorange Linie zeigt übrigens das Vorjahr, also 2024 an – damals waren die Niederschläge immer leicht überdurchschnittlich.

In Innsbruck lag der Gesamtwert für 2025 leicht unter dem Mittel aller Messjahre seit 1895. Nie war es trockener als im Jahr 1911, nie feuchter als 1966 – wobei der Wert für das “nasseste Jahr” knapp über dem Durchschnittswert aller Jahre aus Feldkirch liegt.

In Osttirols Hauptstadt Lienz war 2025 bis Weihnachten leicht über dem Schnitt. Was in Lienz auffällt, ist die Tatsache, dass einige Jahre ganz weit über dem Schnitt liegen, der in Lienz gerade einmal um 750 mm liegt. Das trockenste gemessene Jahr in Lienz bis Weihnachten war 1932, das feuchteste dank extrem starker Niederschläge kurz vor Weihnachten das Jahr 1979. Auch 1975 war sehr feucht, vor allem wegen starker Niederschläge im März und April.

In Bad Bleiberg in Kärnten gibt es fast doppelt so viel Regen wie in Lienz. Das Jahr 2025 war allerdings deutlich unterdurchschnittlich, aber weit entfernt vom trockensten Jahr 1921. In Bad Bleiberg regnete es in etwa gleich viel im Jahr 2025 wie in Feldkirch im Westen Österreichs. Am nassesten war das Jahr 1916, wo es vor allem im November und Dezember viel Niederschlag gab.

Bad Gleichenberg im Dreiländereck Slowenien-Ungarn-Österreich hat einen Schnitt von etwa 850 mm Niederschlag bis Weihnachten. Die 671 mm im Jahr 2025 waren deutlich weniger, aber immer noch um etwa 100 Liter pro Quadratmeter mehr als im Jahr 2022. Nie war es bis Weihnachten nasser als im Jahr 1937.

Auch in Seckau in der Obersteiermark regnet es im Mittel aller Jahre ähnlich wenig/viel wie in Bad Gleichenberg. 2025 war hier allerdings überdurchschnittlich feucht. Am nassesten war es im Jahr 1972, das trockenste Jahr war 1994 – leider fehlen uns hier Daten aus der zweiten Hälfte der Neunzigerjahre, wo vor allem 1996 bis im Juni sehr feucht war.

In Rauris in Salzburg war das Jahr 2025 ziemlich durchschnittlich, was die Niederschläge betrifft. Das erste Jahr der Aufzeichnungen (1895) wird als trockenstes Jahr bis Weihnachten geführt, nie gab es mehr Niederschläge als im Jahr 1966.

Interessant finde ich immer wieder die Daten vom Sonnblick, wo die Werte in über 3.000 m Seehöhe gemessen werden. Im Schnitt gibt es dort oben fast 1.600 mm Niederschlag bis Weihnachten. 2025 war die ganze Zeit sehr durchschnittlich, erst in den letzten Wochen sank die Kurve etwas unter das Mittel ab. 1942 gab es fast nur halb so viel Niederschlag, im Jahr 2000 war es am feuchtesten – allerdings reicht auch dieses Jahr nicht an die Rekordwerte von Langen am Arlberg heran.

In der Stadt Salzburg waren die Jahre 1912 und 1944 die zwei feuchtesten aller Messjahre. Nie gab es weniger Niederschläge bis Weihnachten als im Jahr 1969. 2025 war mit “nur” (für Salzburger Verhältnisse) 914 mm Niederschlag eines der trockensten Jahre.

In Kremsmünster nahe Linz fällt auf, dass die Werte vom Schnitt aller Jahre weder nach oben noch nach unten extrem abweichen – in beiden Fällen sind es rund 300 mm Unterschied zum Mittel. Nie war es trockener bis Weihnachten als im Jahr 1978, nie feuchter als im Jahr 1897. 2025 war deutlich zu trocken, wenn wir es mit dem Schnitt vergleichen.

In Freistadt in Oberösterreich gibt es nach unten auch keine allzu großen Abweichungen. Zwischen dem Schnitt aller Jahre und dem trockensten Jahr 1963 sind keine 300mm Unterschied. Nach oben hingegen, bis zum Jahr 2002, sind es etwa 500mm. Dieses Jahr ist darum weit über allen anderen, weil es im August extreme Regenmengen gab. 2025 liegt deutlich unter dem Mittel aller Jahre.

In Wörterberg an der steirisch-burgenländischen Grenze regnet es im Mittel bis Weihnachten um die 720 Liter pr Quadratmeter. Nach einem deutlich zu feuchten Jahr 2024 gab es im Jahr 2025 eine leicht unterdurchschnittliche Summe bis Weihnachten. Am trockensten war es im Jahr 1971, am nassesten im Jahr 1998.

In Reichenau an der Rax regnet es in Summe etwa 200 Liter mehr bis Weihnachten als in Wörterberg. Auch hier war 2025 leicht unterdurchschnittlich. Gut zu sehen sind hier die großen Regenmengen vom September 2024, die zwar zwischendurch zu Rekordwerten für das vergangene Jahr führten, am Schluss waren aber 1997 und 2007 noch deutlich nasser in Summe. Auch bei diesen beiden Jahren sorgten Starkregenwochen im Juli bzw. September für starke Anstiege. Am trockensten war es in Reichenau im Jahr 1978.

Auch im Waldviertel in Zwettl sind die starken Niederschläge von 2024 (orange Linie) gut zu erkennen im September. Hier war es vor allem das Jahr 2022, das mit 1.016 Litern auf einem Quadratmeter für den bisherigen Rekordwert sorgte. Dieser Wert ist deutlich unter dem Schnitt mancher anderer Wetterstationen im Westen oder Süden Österreichs. Nie war es in Zwettl in Summe trockener bis Weihnachten als im Jahr 2017. 2025 war das ganze Jahr unterdurchschnittlich.

In Wien fällt vor allem das Jahr 2024 auf, weil es gleich mehrmals richtige “Treppenstufen” in der Linie gibt – diese deuten auf große Regenmengen in kurzer Zeit hin. Im Jahr 2025 gab es so etwas gar nie, das Jahr war von vorne bis hinten unterdurschnittlich und gehört zu den trockensten aller gemessenen Jahre. Noch trockener war es zum Beispiel 1932, nur neun Jahre später folgte 1941 das feuchteste Jahr aller Mess-Zeiten in Wien – auch in diesem sind deutlich Extrem-Wetter-Stufen zu sehen (dunkelblaue Linie).
Fazit
Extrem nass war es nirgends in Österreich übers Jahr 2025 gesehen – allerdings gab es doch regional große Unterschiede. Vor allem nördlich der Alpen von Salzburg bis Wien war es oft deutlich zu trocken, wenn es um die Niederschlagssummen bis Weihnachten geht. In anderen Regionen war das Jahr 2025 sogar überdurchschnittlich feucht, wenn auch nirgends sehr stark, wie es etwa 2024 durchaus vielerorts der Fall war.
Da für die letzte Woche des Jahres nirgends extrem starke Niederschläge erwartet werden, wird sich an der Gesamtsituation auch nicht mehr viel ändern. Vielleicht sorgt aber doch noch ein Tief über dem Mittelmeer dafür, dass die angekündigte Kälte der nächsten Wochen auch von etwas Schnee begleitet wird!