Weil ich gerade über die Zahlen zu den Geburten in verschiedenen Ländern gestoßen bin – und auch, weil ich mich dort darüber geärgert habe, dass wieder einmal nur ein einzelnes Jahr (2020) mit einem einzelnen Jahr (2025) verglichen wurde, hier ein Blick auf die Zahlen aus Österreich:
Die Statistik Austria bietet in einem Bericht Zahlen ab 2011 an, diese 15 Jahre halte ich für angemessen.

Wir sehen: von 2011 bis 2017 stiegen die Geburten an um fast 10.000 – seither sind sie – mit Ausnahme von 2021 – durchgehend gesunken und liegen mit „vorläufigen Zahlen“ zu 2025 jetzt um gut 2.000 unter den Zahlen von 2011. Die Balken zeigen die Veränderung zum Vorjahr in Prozent.

Weiters finden sich Werte zu „Geburten pro 1.000 EW“ bei der Statistik Austria. Wenn wir die heranziehen, sehen die Kurven dramatischer aus, weil die Zahlen sinken, die Bevölkerungszahl jedoch ansteigt.
Interessant sind auch die Totgeburten im gleichen Zeitraum:

Diese erreichten den niedrigsten absoluten Stand im Jahr 2012, stiegen danach deutlich an bis 2017 (wie auch die Geburten) und sanken dann bis 2019 stark, um 2020 auf den zweithöchsten Wert der letzten 15 Jahre zu steigen. Der Höhepunkt war 2024 erreicht, auch 2025 war sehr hoch. Wieder zeigen die Balken die Veränderung zum Vorjahr.

Die weitaus interessante Grafik ist die mit der zweiten Zahlenreihe der Statistik Austria: Wie viele Totgeburten gab es pro 1.000 Geburten? Denn natürlich steigt die Zahl der Totgeburten bei gleichbleibenden Bedingungen an, wenn es mehr Geburten sind.
Jetzt ist der Höhepunkt plötzlich im Jahr 2025, knapp gefolgt von 2024. Von 2011 bis 2017 ging die Zahl der Totgeburten zurück, stieg im Jahr 2020 um fast 23% an und blieb dann wieder leicht rückläufig. Erst 2024 stieg die Zahl wieder DEUTLICH und liegt – verglichen mit niedrigsten Wert (2019) im Jahr 2025 um etwa 35% höher!
Fazit
Die Geburtenzahlen in Österreich sinken, das ist Fakt – und zwar seit 2017. Das kann verschiedene Gründe haben, angefangen von geburtenschwachen Jahrgängen bei den Frauen in dem Alter, in dem viele Kinder bekommen, bis hin zur „Krisenstimmung“ in der Öffentlichkeit. Die Tatsache, dass Frauen später Kinder bekommen – das wird oft angeführt – kann sich nicht so stark auswirken, weil dann ja nur/vor allem das Alter der Mütter ansteigen müsste.
Bedenklicher finde ich, dass die Zahlen der Totgeburten nicht nur absolut, sondern eben auch pro 1.000 Geburten steigen zuletzt. Wenn wir jetzt noch Zahlen hätten, wie viele festgestellte Schwangerschaften mit einem ungewollten Abort enden, wäre vielleicht ein gemeinsames Muster erkennbar. Ich persönlich finde dazu allerdings leider keine Zahlen. Genauso gibt es keine Zahlen – sondern nur Schätzungen – über jährliche Schwangerschaftsabbrüche.