Diese Woche habe ich mir die aktuellen Sterbedaten aus Österreich bei der Statistik Austria wieder einmal heruntergladen und angschaut. Es sind die Daten der beiden Altersgruppen 0-64 Jahre und ab 65 Jahren.
Dabei habe ich verschiedenes zu visualisieren versucht – hier die Ergebnisse dazu:
Die Rohdaten

Das sind die „nackten Zahlen“ für alle Kalenderwochen seit der KW 1 im Jahr 2000 (davor gibt es solche Daten bei der Statistik Austria nicht). In dem Fall sehen wir alle Verstorbenen im Alter von 0 bis 64 Jahre. Was sofort auffällt:
- Es sterben eindeutig mehr Männer (blaue Linie) als Frauen (rote Line).
- Es gibt natürlich große Schwankungen zwischen den einzelnen Wochen.
- Tendenziell gab es vor 25 Jahren mehr Todesfälle bei Menschen unter 65 Jahren als heute.

Dasselbe sehen wir hier für alle, die 65 Jahre oder älter waren, als sie gestorben sind. Was fällt sofort auf?
- Es gibt eindeutig einen Unterschied zwischen Sommer und Winter. Es sterben in ALLEN Jahren mehr Menschen im Winterhalbjahr als im Sommer.
- Es sterben in dieser Altersgruppe mehr Frauen als Männer – was logisch ist, weil ja bei den jüngeren mehr Männer sterben und diese darum weniger sind in der älteren Altersgruppe.
- Der UNTERSCHIED zwischen Männern (blau) und Frauen (rot) – was die absolute Zahl der Todesfälle betrifft – wird geringer seit 2000.
- Es gibt immer wieder einzelne oder auch mehrere Wochen am Stück, in denen besonders viele Menschen sterben.
Wann starben die meisten?

Hier noch einmal die Rohdaten der Menschen bis 64 Jahre. Am allermeisten Menschen starben in der KW 45 im Jahr 2000 – also genau vor 25 Jahren. Damals gab es das schreckliche Seilbahnunglück in Kaprun, wo über 100 Menschen starben. Offensichtlich waren darunter besonders viele junge Männer, denn bei den Männern gab es nie mehr Tote in einer Woche als damals. Bei den Frauen reichte es „nur“ für Platz 2, weil in der KW 9 des Jahres 2005 noch um zwei Personen unter 65 Jahren mehr starben. Mir wurde bei einer Suche nach einem möglichen Unglück in dieser Kalenderwoche nichts Besonderes angezeigt für diese Woche. Es gab damals zwar einige Lawinentote und auch einen Unfall mit einer Straßenbahn in Wien, allerdings nicht wie in Kaprun mehr als 100 Tote.
Bemerkenswert ist noch, dass es offensichtlich gleich im Jänner/Februar im Jahr 2000 besonders viele Todesfälle gegeben hat, denn Rang 2 (♂) und Rang 3 (♀) liegen jeweils dort. Die beiden „schlimmsten“ Wochen aus der Zeit, als bei uns die Pandemie ausgerufen war, habe ich ebenfalls markiert. Bei den Frauen war es die KW 49 im Jahr 2020 – also eine Woche im Dezember. Sie liegt auf Platz 9 aller Wochen seit dem Jahr 2000 in dieser Altersgruppe.
Bei den Männern war es die KW 48 im Jahr 2021, allerdings liegt diese im Ranking nur auf Platz 35.

Bei den Menschen ab 65 Jahren sieht es ganz anders aus: Nie starben in einer Woche bei Männern und Frauen mehr Menschen seit dem Jahr 2000 als in der Zeit von 30. November bis 6. Dezember 2020. Bei den Männern liegen auch die Wochen davor und danach alle unter den Top 4 aller Wochen. Bei den Frauen starben im Jänner 2017 bei einer Grippewelle am zweitmeisten, dann folgt die KW 50 im Jahr 2020 und dann die KW 1 im Jahr 2023 – also die erste Woche im Jahr 2023. Diese war auch bei den Männern mit Rang 7 weit vorne bei den Todeszahlen. Interessant sind auch noch folgende Beobachtungen, wenn es um die rohen absoluten Sterbezahlen geht:
- Der Beginn des Jahres 2000 war bei den Frauen ab 65 Jahren ebenfalls auffällig (Rang 15), bei den Männern offensichtlich nicht, wenn es um absolute Zahlen geht.
- Die KW 9 im Jahr 2005 (siehe oben) war ebenfalls auffällig – wieder vor allem bei den Frauen.
Verhältnismäßigkeit – relative Zahlen
Doch halt! Was sagen diese Zahlen denn aus, wenn wir nicht berücksichtigen, wie viele Menschen es in den beiden Altersgruppen gab? Bei den Männern ab 65 lebten zum Beispiel in der KW1 im Jahr 2000 genau 463.034 in Österreich. Anfang des Jahres 2025 waren es jedoch 818.850 – also fast doppelt so viele! Da MÜSSEN die Zahlen natürlich steigen! Daher nun dasselbe Spiel mit den relativen Zahlen pro 100.000 Menschen:

Bei der Altersgruppe unter 65 Jahren sehen wir gleich: Es ändert sich nicht allzu viel. Die Männer liegen weiterhin klar vor den Frauen – es gibt nicht einmal EINE Woche, in der mehr Frauen als Männer gestorben wären seit dem Jahr 2000 in dieser Altersgruppe. Weiterhin ist das Unglück in Kaprun klar der Auslöser für „Platz 1“ – dieses Mal bei BEIDEN Geschlechtern! Und die Ränge in der Covid-Zeit sind nun beide DEUTLICH tiefer – bei den Frauen gab es 23 (bei den absoluten Zahlen waren es nur 8) andere Wochen, in denen es mehr Todesfälle gab als in der „schlimmsten“ Woche während der von der Regierung ausgerufenen Pandemie und bei den Herren waren es 122 (absolut: 34) andere Wochen.
Spannend wird es jetzt bei den Menschen ab 65 Jahren – wie sieht es hier aus?

Überraschung! Die KW 49 im Jahr 2020 ist zwar immer noch weit vorne zu finden, allerdings nicht mehr an erster Stelle. Da liegt jetzt bei beiden Geschlechtern eine Woche aus dem Jahr 2000, bei den Frauen sogar zwei hintereinander. Interessant ist auch, dass die bei den absoluten Zahlen vor 2017 liegende Woche aus dem Jahr 2020 nun klar hinter der aus dem Jänner 2017 liegt – wo jeweils bei beiden Geschlechtern in der KW eine besonders hohe Zahl an Sterbefällen innerhalb einer Woche verzeichnet sind.
Bei den Männern waren ebenfalls zwei Wochen vom Jahresbeginn 2000 unter den Top 4, die anderen beiden sind aus dem Herbst/Winter 2020.
Halbjahresdurchschnitt
Das sind die absoluten Zahlen (die hellen Linien im Hintergrund sind die Werte von vorher): Die rote und blaue Linien sind die Halbjahres-Mittel beider Altergruppen bei den Männern und Frauen, die grüne Linie ist die Gesamtzahl der Verstorbenen:

Bei den Menschen unter 65 (oben) sehen wir gut, dass die Zahlen ab 2003 bis 2018 kontinuierlich zurück gehen, danach bis 2023 höher sind als zuvor. Bei den Zahlen der Menschen ab 65 ist gut der Unterschied zwischen Sommer und Winter zu sehen und auch, dass die absoluten Zahlen ab etwa 2007 ansteigen. Die Jahre 2003, 2009, 2015 und vor allem 2017 sind eindeutig höher als die davor und danach. Dann folgt ein großer Anstieg auf 2020, danach sinken die Zahlen zwar wieder leicht, sie liegen aber sogar 2024 noch höher als 2017.

Bei den relativen Zahlen (also wie viele Menschen starben pro 100.000 der Altersgruppe) liegt die grüne Linie logischerweise ZWISCHEN den anderen beiden, weil sie ja die Gesamtheit aller Verstorbenen erfasst und damit der Unterschied zwischen der höheren Zahl bei den Männern im vergleich zu den Frauen „gemittelt“ wird. Die zwei stärksten Peaks gibt es Anfang des Jahres 2000 und im Winter 2002/2003 mit 4,3 Todesfällen pro 100.000 Menschen. Die Katastrophe von 2005 wirkt sich hier zwar immer noch durch einen Anstieg aus, aber nicht mehr so dramatisch, weil es eben die Zahlen für ein gesamtes Halbjahr sind, die dargestellt werden. Während der Pandemie war der „Höhepunkt“ der Todesfälle im Halbjahr um die 3. KW des Jahres 2022. Erst 2024 liegen die Werte wieder in etwa auf dem Niveau von vor 2020. Es ist auch gut zu sehen, dass viel mehr Männer unter 65 betroffen waren als Frauen, wo die „Pandemie“ so gut wie unsichtbar ist im Halbjahresdurchschnitt.

Besonders interessant finde ich die relativen Zahlen der Menschen ab 65 Jahren: Beim Halbjahresmittel aller Wochen gab es nie mehr Todesfälle pro 100.000 Menschen als im Winter 2002/2003. Auch der Jahresanfang 2000 und der Winter 2001/2002 waren DEUTLICH stärker als der Winter 2020/2021 – und das nicht nur bei den Zahlen aller Einwohner, sondern auch bei den Frauen oder Männern getrennt betrachtet.
Dass die „Sommer-Winter-Kurve“hier viel deutlicher zu sehen ist, liegt daran, dass durch die Relativierung und den Halbjahresdurchschnitt die Schwankungen deutlich geringer sind und der dargestellte Bereich damit enger gefasst werden kann, weil er bei Frauen und Männern viel ähnlicher ist, als wenn wir nur die nackten Zahlen heranziehen.
Absolut versus relativ
Zur Veranschulichung des Unterschieds zwischen relativen und absoluten Zahlen hier noch zwei Grafiken, die das gut zeigen: Die gestrichelten Linien zeigen, wie sich die absoluten Zahlen (wie viele Todesfälle gab es in Österreich) entwickelt haben. Die durchgezogene Linie zeigt die Entwicklung bei den relativen Zahlen (Todesfälle pro 100.000 EW). ACHTUNG: Die Kurven hier sind JAHRESMITTELWERTE -also immer der Durchschnitt von 52 Wochen!

Es zeigt sich überall, dass die relativen Zahlen die absoluten im wahrsten Sinne des Wortes etwas „relativieren“ und das Absinken der Todeszahlen sogar deutlicher ist, als beim Betrachten der reinen Fallzahlen ohne Bezug auf die Größe der Bevölkerungsgruppe.
Weiters zeigt sich, dass bei den Menschen unter 65 Jahren sehr unterschiedliche Kurven bei den beiden Geschlechtern sichtbar werden. Offensichtlich war rund um den Winter 2002/2003 bei den Frauen irgendeine „Welle“ unterwegs, während es bei den Männern eher rund um 2020 zu einem stärkeren Anstieg kam.
Und wie sieht es bei den Menschen ab 65 Jahren aus?

VOLLKOMMEN ANDERS! Was vor allem auffällt: Während die absoluten Zahlen in Summe ansteigen, sinken die Werte bei den relativen Zahlen – will heißen: der Anstieg ist vor allem dadurch zu erklären, dass immer mehr Menschen in dieser Altersgruppe leben. Umgekehrt werden – wenn sich nicht durch Zuzug von außen die Demographie des Landes stark ändert – in einigen Jahrzehnten die Todeszahlen wieder stark absinken bei den absoluten Zahlen, weil dann eher geburtenschwache Jahrgänge dazu kommen und bei den geburtenstarken schon viele verstorben sind.
Schauen wir zuerst auf die grünen Linien der untersten Grafik, in der beide Geschlechter zusammengefasst werden. Bei einem 52-Wochen-Schnitt „verschwinden“ die Schwankungen zwischen Sommer (wenig Todesfälle) und Winter (viele Todesfälle). Auch hier fällt die Zeit bis 2003 mit einem Anstieg auf, danach geht es bis ca. 2009 klar nach unten mit den relativierten Zahlen (durchgehende Linie). Es gibt zwar immer wieder Anstiege, zum Beispiel den im Jahr 2014, wirklich stärker – aber bei WEITEM nicht so stark wie von mir vermutet ist der im Jahr 2020 – auch wenn er etwa doppelt so hoch ist wie der in den Jahren davor.
Allen drei Grafiken gemein ist, dass die Werte in den Jahren 2020 bis 2022 etwa gleich hoch ansteigen, wie sie es davor nur bis 2004 waren. Und momentan liegen die letzten verfügbaren Zahlen so tief, wie es noch nie waren in den letzten 25 Jahren bei den relativen Zahlen.
Wer also derzeit behauptet, dass die Sterbezahlen immer noch weit über dem Niveau von vor 2020 liegen, der hat nicht verstanden, dass absolute Zahlen Limitierungen unterliegen und das Ganze auch und vor allem durch die fortschreitende Überalterung unserer Bevölkerung produziert wird.
Die Ranglistenkurve der Wochen
Um zu verstehen, wie die folgenden Grafiken etstanden sind, bedarf es einer Erklärung: Ich habe mir auch berechnen lassen, welchen Rang jede einzelne Woche belegt unter den 1.345 Wochen, für die es Daten gibt (sie enden 5 Wochen vor der laufenden Woche). Wenn also zum Beispiel die letzte verfügbare Woche (KW41 im Jahr 2025) bei den Menschen bis 65 Jahren insgesamt mit 198 Todesfällen angezeigt wird, dann entsprechen diese dem Rang 1.333 unter allen Wochen. Will heißen, es gab nur 12 Wochen seit dem Beginn des neuen Jahrtausends, in dem weniger Menschen unter 65 Jahren verstorben sind. Diese Zahl habe ich für jede Woche und jede Altersgruppe bzw. jedes Geschlecht berechnet.
Bei den relativen Zahlen entsprechen diese 198 Todesfälle 2,7 Todesfällen pro 100.000 EW – das ist Platz 1.339 unter allen 1345 Wochen – also noch „besser“ und nur 6 Wochen waren da noch niedriger.
In eine Grafik gefasst, sieht das dann bei den relativierten Zahlen so aus:

Bis auf wenige Ausnahmen sinken die Ranglistenplätze der Wochen seit 2000 in Sachen Todesfälle pro 100.000 bei den Menschen unter 65 Jahren kontinuierlich ab. Interessant ist, dass es Zeiten gibt, wo die Frauen (rote Linie) obenauf liegen und solche, wo es die Männer (blaue Linie) sind. Ganz klar ersichtlich ist zum Beispiel, dass es bei den Frauen um die Zeit der Schweinegrippe (2009/2010) einen Anstieg gab, bei den Männern hingegen ist die Covid-Zeit deutlich stärker ausgeprägt.
Interessanter finde ich auch hier wieder die Grafik mit den Werten der Todesfälle unter den Menschen ab 65 Jahren:

Erstens erkennen wir sehr gut an den Kurven im Hintergrund, dass es im Winter immer deutlich mehr Todesfälle als im Sommer gibt – das wird dadurch, dass nicht die reinen Zahlen zugrunde liegen sondern die RÄNGE der einzelnen Wochen unter allen Wochen, besonders gut verstärkt.
Und zweitens zeigt sich wieder, dass ab 2000 bis etwa 2003 die Todesfälle in etwa atabil blieben oder sogar leicht stiegen, danach aber anteilsmäßig stark zurück gingen bis etwa 2009. Dann folgen mehrere Jahre mit ein oder auch zweijährigen Wellen – auffallend sind dabei vor allem die „Tiefpunkte im Jahr 2013 und 2015 dazwischen.Nach zwei vollkommen ruhigen Jahren 2018 und 2019 gibt es den markanten Anstieg im Jahr 2020 – der nach einer kurzen Entspannung fast durchgehend bis Mitte 2022 andauerte. Der Abfall danach ist so stark wie der von 2003 auf 2004 – dauert aber durchgehend über zwei Jahre beim 52-Wochen-Mittel. Erst ganz am Schluss steigen die Werte wieder etwas.
Angesichts der Tatsache, dass weder bei den Menschen unter 65 noch denen ab 65 Jahren die Werte ab 2020 nahe an die aus dem Anfang der 2000er-Jahre herankommen, überrascht diese Grafik hier:

Hier sieht es nämlich so aus, als wäre die Zeit von 2020 bis 2022 die schlimmste seit dem Jahr 2000 gewesen. Wenn wir also die Altersgruppen außer acht lassen und damit negieren, dass unsere Bevölkerung von Jahr zu Jahr älter wird – was dazu führt, dass natürlich auch mehr Menschen sterben, weil das normalerweise eher die älteren unter uns sind – dann sitzt jeder einem Trugschluss auf.
Interessant ist dabei auch, dass das vor allem die Todesfälle unter Männern betrifft und nicht unter Frauen. Auch das lässt sich erklären: Während die über 65-Jährigen Männer von 2000 bis 2025 fast doppelt so viele wurden, hat sich in derselben Zeit die Zahl der Frauen „nur“ etwa um das Eineinhalbfache erhöht.
Aus aktuellem Anlass – off topic
Gestern habe ich live im ZDF nach Mitternacht einen Beitrag gesehen über den Weltklimagipfel, wo engagierte „Klima-Journalisten und Journalistinnen“ unter anderem auch immer wieder betonten, wie viele Menschen nur wegen dem Klimwandel und der Hitze sterben jedes Jahr. Ein junger Mann hat dabei auch erwähnt, dass alleine das Abschmelzen des Grönlandeises zu einem meeresspiegelanstieg von mehr als sieben metern führen würde. Er hat dabei allerdings vergessen zu erwähnen, dass es in Grönland derzeit in Sachen Temperaturen in etwa so aussieht:

Die Werte mit der violetten und grünen Kurve stammen aus dem Süden des Landes, rot und blau eher aus dem mittleren Bereich der Insel und alle von der Küste, wo das Meer durchaus regulierend und dämpfend einwirkt, solange es nicht gefroren ist. Aus dem Festland gibt es keine Werte bei meiner Quelle „weatherspark.com“. Wir sehen, dass es nur in drei Monaten auch nachts über 0°C hat. Ich frage mich – und würde das den jungen Herrn auch gerne fragen: „Wie soll das ganze Eis in Grönland denn schmelzen, wenn es hier nicht mindestens um 10 bis 20 Grad (und nicht um 1-2 Grad, von denen derzeit zusätzlich zur bisherigen Erwärmung, gesprochen wird) wärmer wird im ganzen Jahr? Und – ebenso wichtig: Wie lange würde es wirklich dauern, bis dieses gesamte Eis geschmolzen ist?
Machen wir dazu ein Rechenbeispiel: Das Eis in Grönland ist laut KI sehr kalt und hat in der Mitte der Insel eine Durchschnittstemperatur von -25°C. Es gibt keine Formel, mit der sich nun berechnen lässt, wie lange es dauert, bis das Eis schmelzen würde, wenn es zB plötzlich 20 Grad plus hätte. Was aber sehr wohl gesagt werden kann: Es braucht für das Schmelzen einer Tonne Eis von -25°C auf 1°C (also quasi bis es zu Wasser wird) eine Energie von etwa 108 kWh (siehe hier) – das entspricht der Heizenergie, – je nach Effektivität der Heizung und Dämmung für mindestens 5 bis 16 Zwei-Personen-Haushalte ausreicht für ein Jahr.
In Grönland liegen (wieder laut befragter KI) etwa 3×10 hoch 15 Tonnen Eis, für die es 325.741.666.666.666.666 Kilowattstunden an Energie braucht, damit sie auf 1°C erwärmt werden. Das entspricht dann in etwa dem jährlichen Heizbedarf 50 bis 160 Billiarden Haushalten. Damit könnte mit der Energie, die für das Abschmelzen des Grönland Eises notwendig wäre Haushalte für 8 Milliarden Menschen in Zwei-Personen-Haushalten aus einer Klimazone, in der der Heizbedarf in etwa so wie bei uns ist, für 750.000 Jahre lang beheizt werden.
Zurück zu den Todesfällen
Was das mit Todesfällen zu tun hat? Nichts – die folgende Grafik aber schon:

Das sind die relativen Zahlen der Todesfälle von Menschen ab 65 Jahren (die ja mehr gefährdet sind als junge Menschen) in Österreich. die blauen Punkte kennzeichnen besonders kühle Sommer, die roten besonders warme mit vielen Hitzetagen. Wäre es so, dass wirklich erkennbar viele Menschen deswegen sterben, dann müssten die kalten Sommer Kurven haben, die weiter nach unten reichen und warme Sommer solche, die weiter oben liegende „Tiefpunkte“ im Jahr haben.
Ich kann das daraus nicht erkennen – ihr schon?
Fazit
Es ist schwer, ein Fazit bei so einem komplexen Beitrag zu schreiben. Das geht von
- „wer nicht berücksichtigt, dass wir eine immer älter werdende Bevölkerung haben und deswegen die Zahl der Todesfälle steigt bei den Gesamtzahlen, hat ein Problem“ über
- „zwischen Frauen und Männern gibt es große Unterschiede“ und
- „im Winter 1999/2000 starben mehr Menschen als in den schlimmsten Wochen der Covid-Zeit“ bis zu
- „mit diesen Zahlen lässt sich nicht belegen, dass in heißen Sommern signifikant mehr Menschen sterben als in kühlen Sommern“.
Mein Tipp daher: Wer Zeit hat, sollte sich alles in Ruhe durchlesen! Vielleicht kommen die geneigten Leser auch zu ganz anderen Schlüssen, als ich sie getroffen oder beobachtet habe?
Fix ist für mich nur eines: Auf längere Sicht gesehen werden in den nächsten Jahrzehnten die Todesfallzahln in Österreich auch ohne Pandemien, Kriege oder Naturkatastrophen deutlich ansteigen. Wer das dann wie präsentieren wird und vielleicht versucht, das für seine Zwecke zu nutzen oder damit Geld zu verdienen, steht in den Sternen…