
Das ist – laut Statistik Austria – die Verteilung aller Erwerbstätigen nach Länge der geleisteten wöchetnlichen Arbeitszeit. Das heißt, dass über 3% der in Österreich Erwerbstätigen 60 und mehr Stunden in der Woche arbeiten, 5,6% hingegen arbeiten weniger als elf Stunden.
Eine 40-Stunden Woche haben demnach 24,4% – also fast genau ein Viertel aller Erwerbstätigen.

Wenn wir nur die unselbständig Erwerbstätigen heranziehen, sieht es anders aus: Fast genau ein Viertel hat eine 40-Stunden Woche, 5,1 Prozent arbeiten weniger als 11 Stunden und nur ein Prozent mehr als 60 Stunden in der Woche.
Ich habe ausgerechnet, wie viele Vollzeitstellen mit 40 Stunden in der Woche dadurch „verloren gehen“ – sowohl im Sinne dessen, dass Menschen, die mehr als 40 Stunden arbeiten, eine andere Erwerbstätigkeit „verhindern“ (rote Säulen), als auch, wie viele Vollzeitstellen es braucht, wenn alle Menschen, die weniger als 40 Stunden in der Woche arbeiten, plötzlich 40 Stunden in der Woche arbeiten (grüne Säulen).

Da durch das Wegfallen von „Mehrarbeit“ frei werdende Stellen durch neu in Vollzeit arbeitende Menschen besetzt werden könnten, entsteht durch so einen Ansatz der Bedarf von 417.700 NEUEN Vollzeit-Stellen in Österreich. Wenn niemand auf seine „Mehrarbeit“ verzichtet, wären es sogar 576.200 Stellen.

Wenn wir nur die unselbständig Erwerbstätigen anschauen, sind das 416.200 Stellen oder sogar 499.400 Stellen in Österreich.
Zweiter Ansatz
Ich präsentiere noch einen zweiten Ansatz: Bei einer 40-Stunden-Woche arbeiten die meisten Vollzeitbeschäftigten in Österreich 40 Stunden pro Woche. Es gibt 52 Wochen im Jahr, aber nicht alle davon sind Arbeitstage. Abzüglich Urlaub und Feiertage bleiben etwa 40-45 Arbeitswochen übrig. Daraus lassen sich folgende Arbeitsstunden pro Jahr errechnen: Bei einer 40-Stunden-Woche und etwa 40-45 Arbeitswochen pro Jahr ergibt sich eine Jahresarbeitszeit von etwa 1.600 bis 1.800 Stunden – ich habe bei meinen Berechnungen 1.700 Stunden verwendet:

Laut Statistik Austria gibt es demnach etwas mehr als 4 Millionen – wenn wir die Zweittätigkeiten weg lassen knapp UNTER 4 Millionen theoretische Vollzeitstellen in Österreich. Davon sind gut 3,2 Millionen mit Vollzeit-Erwerbstätigen besetzt. Würden alle Teilzeitarbeitenden als Vollzeitarbeitende weiter machen, wären das insgesamt 757.340 Vollzeitstellen. Es gibt allerdings laut den Tabellen der Statistik Austria fast 1,5 Millionen Menschen, die „nur“ Teilzeit arbeiten – davon wäre dann die Hälfte arbeitslos – oder die Betriebe müssten entsprechend noch einmal so viele Stellen schaffen, die in Vollzeit besetzt werden können!

Ohne die Selbständigen sieht das so aus: 1,3 Millionen Teilzeit-Erwerbstätigen stünden 691.000 Vollzeitstellen zur Verfügung. Die anderen gut 616.500 Menschen bräuchten neu geschaffene Vollzeitstellen oder auch neu verfügbare Teilzeitstellen – die die Regierung ja grundsätzlich verringern will…
Fazit
Egal wie ich es drehe und wende: Wenn auf einen Schlag alle Teilzeit-Erwerbstätigen zu Vollzeit-Erwerbstätigen werden, dann brauchen wir einerseits, um deren Arbeitsaufwand in Stellen zu erhalten, zwischen 400.000 und 600.000 neue Vollzeit-Stellen. Gleichzeitig verlieren dadurch etwa die Hälfte aller in Teilzeit-Erwerbstätigen ihre Stelle, weil die Leistung von jemand in Vollzeit geleistet wird. Um diese zu beschäftigen, braucht es dann zwischen 600.000 und 760.000 neue Stellen. Natürlich sollten auch diese, damit niemand „asozial freiwillig Teilzeit“ arbeitet und viel Geld in unser Sozialsystem und die Staatskassen fließt, möglichst Vollzeitstellen sein.
Abschließende Frage: Wie viele dieser neuen Stellen würde es alleine im Kinder- und Schüler-Bereich brauchen, wenn in allen Haushalten plötzlich alle Volljährigen in Vollzeit arbeiten? Wie viele „neue Stellen“ fallen im Pflegebereich an, weil plötzlich viele zuhause Betreute von Fremdpersonen betreut werden müssen? Oder übernehmen diese Aufgaben dann freiwillig all jene, die bereits in Rente sind?
Und wer übernimmt die Kosten für die zusätzlichen Behandlungskosten? Denn laut Wirtschaftskammer (siehe hier) sind für mehr als ein Drittel der Menschen in Teilzeit gesundheitliche Gründe der Ausschlag dafür, in Teilzeit zu arbeiten. Das sind übrigens mehr als das aus „Betreuungsgründen“ tun (wo – wenn es um Kinder geht – das angeblich alle nur wegen „fehlender Betreuungsangebote“ tun und niemand „freiwillig“, wenn wir das Wording genau betrachten).