Deutsche Zahlen – Bundeshaushalt

Weil ich zuletzt immer wieder über Zahlen aus Deutschland gestolpert bin, in denen es um den Haushalt unsere Nachbarn ging, habe ich selbst versucht, einige Daten dazu zu finden und diese aufbereitet. Die Basis aller Daten stammt vom Datenportal des BM für Finanzen aus Deutschland und stammt von hier und hier.

Haushaltsplan 2026

Das hier sind zwei Blockdiagrammenebeneinander, die den Anteil der Ausgaben 2026 (links) und 2030 (rechts) einzelner so vordefinierter Bereiche in Deutschland zeigen. Gut zu sehen ist, dass der größte Brocken an Ausgaben dem BM für Arbeit und Soziales zugeordnet wird im Plan der Regierung, den sie zuletzt vorgestellt hat. Ebenfalls gut zu sehen: 2030 (rechte Grafik) steigt der Anteil der Ausgaben für das Verteidigungsministerium SEHR STARK an, auch die Ausgaben für die Bundesschuld steigen stark.

Hier sehen wir die tatsächliche Entwicklung in Millionen Euro – die grauen Säulen im Hintergrund zeigen den Anstieg der Ausgaben insgesamt an (Zahlen dazu sind rechts) von etwa 525 Milliarden Euro jetzt auch fast 650 Milliarden in 5 Jahren.
Bei den einzelnen Bereichen/Resorts fällt auf, dass nur drei Linien wirklich stark steigen: Die Ausgaben für das BM für Arbeit und Soziales (darunter fallen wohl die Ausgaben für Renten), die Ausgaben für das Verteidigungsministerium und die für die Bundesschulden. Alle anderen verändern sich nur wenig. Wie die „Allgemeine Finanzverwaltung“ von derzeitigen Ausgaben von über 47 Milliarden bis in 5 Jahren zu einer Einnahmequelle von mehr als 15 Milliarden werden soll, ist „interessant“.

Hier sind die einzelnen Resorts anders dargestellt und aufgeschlüsselt – und zwar die Veränderung von 2026 bis 2030. Demnach steigen die Gesamtausgaben (oben) um 110 Milliarden Euro. Alleine der Anstieg beim Verteidigungsbudget macht fast 101 Milliarden Euro aus, wenn wir 2030 mi 2026 vergleichen. Die Ausgaben für Schulden steigen um mehr als 48,5 Milliarden, die für Arbeit und Soziales um über 37,5 Milliarden.
Gleichzeitig sinken die Ausgaben für Gesundheit um mehr als 7 Milliarden Euro und die für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend um fast 3 Milliarden Euro.

In Prozent dargestellt, zeigt sich, dass sich die Ausgaben für die Bundesschulden und das Verteidigungsministerium bis 2030 mehr als verdoppeln sollen, während die Ausgaben für Gesundheit um fast genau ein Drittel gekürzt werden. Die „allgemeine Finanzverwaltung“ fällt auch hier aus dem Rahmen, weil sie von Ausgaben auf Einnahmen wechseln soll und daher mehr als 100% „einspart“.

Hier noch eine Übersicht einiger ausgewählter Ressorts im Haushaltsplan – am meisten fällt der Rückgang der Ausgaben im Gesundheitsbereich von 2026 auf 2027 auf.

Die Entwicklung seit 2014

im Datencenter des BMF habe ich noch Zahlen zur Entwicklung der Ausgaben seit 2014 gefunden:

Die schwarze Linie zeigt die lineare Entwicklung, wenn wir in etwa den Verlauf von 2014 bis 2019 weiter fortführen. Die rote gestrichelte Linie zeigt den von Excel errechneten liniearen Trend an. Auffallend sind dabei vor allem die Jahre 2020 und 2021 und die Tatsache, dass die Ausgaben danach zwar wieder gesunken sind, jedoch nicht in dem Maße, wie sie zuvor gestiegen sind und nun auf WEIT höherem Niveau wieder ansteigen.

Die Personalausgaben beim Bund sind von 2014 bis 2025 von unter 30 Milliarden auf fast 45 Milliarden gestiegen – das ist ein Plus von etwa 50%. Davon sind knapp über 50% militärisch, der Anteil sank allerdings von 2014 bis 2025 ab.

Der „Sachaufwand“ des Bundes stieg im gleichen Zeitraum von 23 Milliarden auf etwa 48 Milliarden an – das ist mehr als doppelt so viel wie 2014! Hier lag der militärische Anteil zwischen 35% und 50%. Auffallend ist, dass der Sachaufwand nach einem Rückgang von 2022 bis 2024 im Jahr 2015 auf einen neuen Höchststand gestiegen ist.

Die „Zuweisungen und Zuschüsse“ steigen ebenfalls kontinuierlich – auffallend sind hier die deutlich höhere Ausgaben in den Jahren 2020 bis 2022 – wohl „pandemiebedingte Sonderausgaben“. Insgesamt wurden aus 187 Milliarden im jahr 2014 mehr als 313 Milliarden im Jahr 2025.

Sachinvestitionen gibt es deutlich weniger in Deutschland. Etwa 8 Milliarden waren es 2014 – 2025 waren es knapp weniger. Und offensichtlich wurde ab 2020 ein „Baustopp“ eingeführt, damals wurden etwa 8 Milliarden für Baumaßnahmen ausgegeben, im Jahr danach keine 4 Milliarden mehr. Enbenfalls deutlich zurück gegangen sind die Investitionen in Grundstücke.

Was bei den „Vermögensübertragungen“ auffällt, ist der Rückgang von 2024 auf 2025 bei den größten drei Ausgabenposten in diesem Bereich: für Investitionen, für „andere Bereiche“ und für „Sonstige im Inland“ gab es jeweils mehr als 10 Milliarden weniger als im Jahr 2024.

Gleichzeitig gab der Bund 2025 deutlich mehr für „Darlehensgewährungen, Beteiligungserwerbe und Kapitaleinlagen“ aus.

Fazit

Ich bin österreichischer Staatsbürger. Als solcher kann ich nur hoffen, dass wir uns – dieses Mal – kein Beispiel nehmen an unseren Nachbarn in Deutschland. Eine Verdoppelung des Verteidigungsbudgets bei gleichzeitiger starker Reduzierungd er Gelder für den Gesundheitsbereich und stark steigenden Staatsschulden würde meine Zufriedenheit als Staatsbrüger und meine Vetrauen in den Staat und eine positive Sicht auf die Zukunft desselben nicht wirklich erhöhen!
Mehr als 100 Milliarden MEHR an Ausgaben für „Verteidigung“ im Jahr 2030 als im Jahr 2026 – das macht mich besonders nachdenklich – ich werde trotzdem keine Aktien von Rüstungskonzernen kaufen…