Die gesamten Daten vom Juli 2025 gibt es leider erst im Laufe des 1. August oder später – meinen Text habe ich schon am 31. Juli geschrieben. Ich gebe zu, ich war ungeduldig und habe daher folgendes gemacht: Ich habe die Daten von den 7-Uhr-Temperaturen herangezogen von jeder Mess-Station und beim Niederschlag habe ich mir den 31. Juli „geschenkt“ in dem Wissen, dass der auf den Jahresniederschlag bisher keine großen Auswirkungen mehr hat und auch keine allzu großen Mengen mehr dazu kommen. Daher kann ich euch folgendes präsentieren:

Wenn wir die Jahressumme bis zum 30. Juli anschauen, war das Jahr 2025 nicht so extrem auffällig bisher. Am größten ist die Differenz auf die durchschnittliche Summe bis Ende Juli in Salzburg, wo es sonst fast 200 Liter mehr regnet pro Quadratmeter. Auch in Wien, Bad Gleichenberg und Feldkirch waren es ca. 100 Liter weniger als „üblich“ seit Messbeginn. Für Wien und Bad Gleichenberg ist das recht viel, da es dort bei weitem nicht die Summe an Niederschlag gibt wie in Salzburg oder Feldkirch.
Umgekehrt hat es auch Stationen mit MEHR Niederschlag als im langjährigen Mittel: In Langen am Arlberg waren es 69 Liter pro Quadratmeter mehr, in Bruck an der Mur 40, in Rauris 19 und in Lienz sogar 80.
Doch HALT!
In der Überschrift habe ich ja geschrieben, wie nass der Juli war… daher:

Und jetzt sieht die Sache ganz anders aus: In Langen am Arlberg gab es laut meinen Daten noch NIE einen Juli mit mehr Niederschlag als 2025. „Schuld“ daran ist zu fast 25% ein Tag: Am 23. Juli fielen dort 90 Liter pro Quadratmeter – insgesamt waren es in Langen 411 im Juli. Das ist ungefähr zwei Drittel der Menge, die in Wien normalerweise im ganzen Jahr fällt! Auch für Langen sind mehr als 400mm Niederschlag ein gutes Viertel der Jahressumme des Mittels aller Messjahre.
Auch in Rauris (Platz 4), Reichenau an der Rax, Bruck an der Mur (Platz 6), Innsbruck und Zwettl (Platz 7) und Feldkirch und am Sonnblick (Platz 9) hat es der Juli 2025 unter die Top Ten aller Messjahre geschafft. Nur in Bad Bleiberg und Bad Gleichenberg war er eher durchschnittlich.
Und die Temperaturen?

In Bad Gleichenberg, Bruck an der Mur und Zwettl reichte es in Sachen Temperaturen um 7 Uhr morgens für einen Platz zwischen Rang 10 und 15. Auf der anderen Seite steht Kremsmünster, wo es nur für Platz 59 reichte – das heißt 58 Mal war seit 1895 der Juli dort wärmer als dieses Jahr.

Verglichen mit dem Schnitt der Jahre 1991 bis 2020 (einer so genannten „Klimaperiode“), war der Juli in Kremsmünster fast 1 Grad zu kalt. Auch in Langen am Arlberg, Freistadt, am Sonnblick, in Innsbruck und Feldkirch lagen die morgendlichen Temperaturen im Jahr 2015 unter dem Mittel der 30 Jahre von 1991 bis 2020.
Auf der anderen Seit war es in Bad Gleichenberg fast zwei Grad zu warm und auch in Bruck an der Mur um mehr als ein Grad. Alle anderen Stationen liegen zwischen +0,06°C (Salzburg) und +0,8°C (Bad Bleiberg).
Fazit
Hat der Juli einen Rekord gebracht irgendwo? Ja: In Langen am Arlberg hat es seit Messbeginn nie mehr geregnet in einem Juli als im Jahr 2025. Und auch in vielen anderen Stationen war der Juli ein sehr feuchter. Daher ist auch – bis auf wenige Ausnahmen – die Trockenheit des Frühjahrs vielerorts wieder aufgeholt worden in der Gesamtsumme, manche Stationen liegen jetzt klar über dem Schnitt aller Jahre zuvor.
Schwieriger ist die Sache mit den Temperaturen. Ich habe ihn mit dem Mittel der letzten „Klimaperiode“ verglichen, die von 1991 bis 2020 reichte. Ganz im Westen Österreichs, aber auch am Sonnblick und in Freistadt war der Juli offensicchtlich kälter als dieses Mittel – wärmer war er vor allem in Bad Gleichenberg ganz im Südosten und auch in Bruck an der Mur oder Bad Bleiberg.
Für einen Platz unter den 10 wärmsten seines Namens reichte es allerdings an allen Stationen, die ich regelmäßig wegen ihrer lange zurückreichenden Daten verwende, nirgends – wenn es um die bereits verfügbaren Temperaturen um 7 Uhr morgens geht, die überall schon sehr lange aufgezeichnet werden – im Schnitt „meiner“ Stationen seit über 116 Jahren!
Wenn ich es natürlich mit dem Mitteld er Jahre 1961 bis 1990 vergleichen würde, dann wäre der Juli wahrscheinlich überall wärmer gewesen – denn damals gab es nicht viele wirklich warme Tage und Morgen im Juli, verglichen mit heute. Gespannt bin ich daher schon auf die Bilanzen der verschiedenen Medien. Werden sie es mit 61 bis 90 vergleichen? Oder weichen sie gar auf den „weltweit wärmsten“ XY aus?