Heute gibt es nur EINE Grafik zu sehen – und zwar zu den seit 1775 aufgezeichneten 14-Uhr-Temperaturen in Wien:

Erklärung:
- die dunkelrote Linie, die sich waagrecht durchs Bild zieht, zeigt das Temperaturmittel aller Tage (mehr als 91.000) seit 1775: es beträgt 12,9°C.
- die schwarze Linie zeigt uns das 30-Jahres-Mittel – es beginnt daher logischerweise erst 15 Jahre nach Auzeichnungsbeginn und endet 15 Jahre vor heute, weil es immer den Zeitraum von 15 Jahren VOR und 15 Jahren NACH dem jeweiligen Datum umfasst. Wir sehen, dass es bis 1839 ÜBER dem Schnitt aller Tage liegt, dann bis etwa 1871 sehr nahe am Mittel bleibt. Danach ist es bis 1960 UNTER der roten Linie und steigt seither an. Bis 2010 liegt es fast 2 Grad über dem Gesamtschnitt.
- die pinke Linie zeigt den 10-Jahres-Schnitt – außer in der Zeit von 1839 bis 1857 liegt es immer über dem langjährigen Schnitt bis zum Jahr 1871, danach sinkt es deutlich ab, ehe es um 1960 wieder über die rote Linie steigt. 2020 liegt es ungefähr 2,5 Grad über dem Mittel.
- die orange Linie zeigt uns den 365-Tages-Schnitt. Im Gegensatz zu einem „Jahresschnitt“ fürs Kalenderjahr zeigt es den Schnitt von 365 Tagen, ausgehend in beide Richtungen vom Anzeigepunkt weg. Das heißt, es war – über 365 Tage gesehen – nie wärmer als in dem Jahr rund um den 28. August 1798, als es in Wien im Mittel 17,9 Grad warm war. Am zweitwärmsten waren die 365 Tage rund um den 1. März 2024 mit 17,6 Grad. Auch rund um den 2. September 1862 war es sehr warm. Am kältesten waren die 365 Tage rund um den 3. Oktober 1941 mit 9,5°C – das heißt, diese 365 Tage waren um 8,4 Grad kälter als die wärmsten 365 Tage im Jahr 1798!
Interessant ist in dem Zusammenhang, dass es rund um den Februar 2025 mit 14,5 Grad zwar auch wärmer als im langjährigen Mittel war, aber um mehr als 3 Grad kühler als ein Jahr zuvor.
Fazit
Es wird deutlich wärmer in Wien, wenn wir die Daten seit 1775 anschauen. Die wärmsten 365 Tage am Stück haben wir allerdings noch nicht geknackt, die stammen aus der Zeit rund um Ende August 1798. Ob das Absinken des 1-Jahres-Mittels zuletzt eine Entspannung darstellt oder nur eine der immer wieder auftretenden Schwankungen ist, werden die nächsten Jahre zeigen.