Österreichs Vakziniererei – nix für gute Augen

Für die, die es vorbestellt haben, oder die es sonst interessiert: Die Arbeiten am Buch schreiten wunderbar voran. Ich hatte das Glück, sehr viele tolle Gastautoren zu finden, damit neben meinen trockenen Zahlenbetrachtungen eines ehemaligen Volksschullehrers auch noch eine gute Mischung aus persönlichen Erfahrungsberichten und Fach-Expertise im Buch landen.
Bis auf wenige Beiträge sind die Texte bereits geschrieben, lektoriert und auch gesetzt. Es sieht gut aus mit unserem anvisierten Ziel der Buchvorstellung – dazu und zu den Gastautoren ein anderes Mal mehr…

Überraschende Recherche-Ergebnisse

Warum ich das Buch „3 Jahre Corona Schlagzeilen“ überhaupt erwähne? Weil ich eigentlich nur (wen’s interessiert, der wird das Ergebnis im Buch finden) einen weiteren Beitrag schreiben wollte. Dabei sollte es um einen Vergleich zwischen Österreich und der Schweiz gehen bei dem verabreichten Dosen der Covid-Vakzine. Und zwar in der zu mehr als 90% von den offiziellen Covid-Todesfällen betroffenen Altersgruppe ab 65 Jahren. (Nur dazu gibt es genaue Daten bei beiden Ländern, sonst unterscheiden sich die Altergruppen leider.)

Und worauf ich da gestoßen bin, das möchte ich euch gerne zeigen:

Es beginnt fast harmlos

Es geht hier nicht um die Schweizer Daten, die sind tadellos aufbereitet, in sich stimmig und auch ganz leicht mit einem Mausklick herunterzuladen. Ganz anders ist es in Österreich. Wer die Daten zu den Altersgruppen braucht, der findet online immer nur einen einzigen Tages-Datensatz zum aktuellen Tag. Der Rest ist – so wird es angegeben – in einem Archiv zu finden. Nun, ganz so einfach ist es nicht, denn wer den richtigen Dateinamen nicht kennt, der findet nicht „alle“ Tage. Der derzeit auf der Homepage des BM für Gesundheit zu findende Name gilt nämlich nur für die neuesten Version der Daten – und die reicht nur zurück bis etwa November vergangenen Jahres. Ich konnte die anderen Daten trotzdem finden – mit viel Suchen, „try and error“ beim „Datei-Namen-Ratespiel“.

Diese Grafik zeigt die verabreichten Dosen der Altergruppe 65+ nach Kalenderwoche ab dem Impfstart im Dezember 2020 bis zur KW 25 im Jahr 2022. Bis dahin wurde zweimal das Format geändert. Unschwer zu erkennen ist, dass es „offiziell“ bis zur KW 45 im Jahr 2021 KEINE Dosis 3 gab, die den einzelnen Altersgruppen zugeordnet wurde. Und bis zur KW 27 im Jahr 2022 gab es auch keine offiziell angeführten Viertstiche bei den Altersgruppen. (Wir wissen natürlich, dass es sehr wohl ganz früh schon Menschen gab, die eine dritte Impfung erhielten oder auch eine vierte).

Sonst sieht alles eher „normal“ aus – wir sehen, dass es bei den Erststichen einen deutlich höheren Peak gab als bei den Zweitstichen. Den offiziellen Zahlen nach wurde dann bei den Drittimpfungen im Winter 2021 sehr viel geimpft bei den Menschen ab 65 Jahren – allerdings erst nach KW 43, was Anfang November entspricht.

Jetzt wird’s seltsam

Anders sieht es aus, wenn wir die Zeit nach der KW 25 im Jahr 2022 anschauen: Erstens fehlt die KW 26 (27. Juni bis 3. Juli 2022) komplett bei den Daten, die heruntergeladen werden können. und zweitens gibt es nun neu die Viert-Impfungen UND auch gleich Fünft-Impfungen in den Daten. Und was das ganze dann besonders interessant macht: Ab Kalenderwoche 49 – die startet mit dem 5. November 2022 – VERSCHWINDEN die Fünft-Stiche wieder aus den Daten und… aber seht selbst:

Würden die Daten stimmen, die es – natürlich mit neuem Dateiformat und nicht mit gleichen Namen auffindbar – ab hier gibt, dann hätten in der KW 49 in sieben Tagen fast 700.000 Menschen ab 65 Jahren in Österreich eine Impfung bekommen. Davon waren über 140.000 Erststiche, mehr als 150.000 Zweitstiche und mehr als 220.000 Drittstiche! Und damit nicht genug – Nach dieser „Nachmeldung“ gab es vor einem Monat in KW 11 diesen Jahres (das war die Woche ab dem 13. März 2023) noch einmal mehr als 80.000 „Nachmeldungen“ bei den Impfungen.

Ich habe mir dazu die gesamten Altersgruppen angesehen und auch alle Bundesländer-Daten. Es ist nicht so, dass dadurch die Gesamtzahl aller Impfungen plötzlich sprunghaft angestiegen ist. Es wurden nur in ALLEN Bundesländern Impfungen von den jüngeren Altersgruppen (meist unter 35 Jahren) zu den Menschen ab 65 Jahren „verschoben“. Das bedeutet, dass die Menschen, die als geimpft gezählt wurden, auf einen Schlag um 40-60 Jahre „älter wurden“ in den Daten. Und das gilt für ALLE Dosen, also auch die Erst- und Zweitimpfungen, die ja großteils im ersten Halbjahr 2021 erfolgten!

Wie absurd das Ganze ist, sieht man auch bei dieser Grafik: Denn wenn das wirklich Impfungen in dieser Woche gewesen wären, dann wären in der KW 49 für ALLE Impfdosen die höchsten Werte aller Woche seit Impfbeginn erreicht worden – außer für die Erstimpfungen.

Es kommt noch schlimmer…

Wer nun glaubt, dass es das schon war, der irrt: Wenn wir nämlich die Wochen nach der „Einstellung“ der Zahlen für die Fünftstiche genauer ansehen, dann fällt noch etwas auf:

Ab der KW 50 gibt es nämlich nun bei den Menschen ab 65 Jahren bei den ersten drei Dosen plötzlich MINUSZAHLEN! Das heißt, die Zahl der ein- zwei- oder dreimal Geimpften wird von Woche zu Woche wieder weniger – und nach dem zweiten Mal Nachmelden im März 2023 passiert das auch bei den Viertimpfungen (bei denen auch alle Stiche ab dem fünften enthalten sind).

Diese Minuszahlen sind nicht wirklich groß, aber sie sind größer als zum Beispiel die Gesamt-Todesfälle, die in dieser Altersgruppe pro Woche um diese Zeit vermeldet werden. Zuerst dachte ich nämlich, dass die Behörden dazu übergegangen sind, die Verstorbenen unter den Geimpften wieder aus den Zahlen zu entfernen – aber das geht sich rechnerisch nicht einmal dann aus, wenn ALLE Menschen ab 65, die in Österreich aus welchem Grund auch immer versterben, Geimpfte waren.

FAZIT

Es ist irgendwie verständlich, dass bei den Daten anfangs nur zwei Impfungen pro Person erfasst wurden. Die Menschen mit zwei Impfungen wurden dann auch „Vollimmunisierte“ genannt. Dann kam die Drittimpfung, dann die vierte und weitere.

WARUM jedoch die fünfte Impfung eine Zeit lang mit erfasst wurde und dann wieder entfernt aus den Daten, ist mir schleierhaft. Genauso wie die Tatsache, wieso bei dieser Datenumstellung plötzlich hunderttausende Impfungen je Dosis von den Menschen jüngeren Alters zu den über 65-Jährigen „verschoben“ wurden in den Daten.

Wieso das noch niemandem aufgefallen ist (ich zumindest habe noch nichts dazu gelesen)? Nun, das große Ganze kann nur erkennen, wer die täglichen Daten der einzelnen Altersgruppen vorliegen hat. Diese werden täglich geändert und können dann nur mit dem Wissen um die richtige URL zum Download jeden Tages mühsam EINZELN gespeichert werden. Danach müssen sie zusammengesetzt werden mit den anderen nur einzeln verfügbaren Tagen.
Und eine Veränderung der GESAMT-Zahlen gab es ja nicht wirklich, weil nur die Altersgruppenzuteilung geändert wurde. Auch eine Datei, wie sie anfänglich auch in Österreich zu findnen war, bei der ALLE Altergruppen, ALLE Impfdosen und ALLE Tage in einer Datei erfasst waren, gibt es in Österreich nicht mehr.

In der Schweiz übrigens schon – aber die haben auch nie Daten „verschoben“, Impfdefinitionen geändert und anderes, das in Österreich offensichtlich immer noch passiert (siehe oben zu März 2023).